“Einmal aufstehen bitte” – Drogensuche am Flughafen

Foto: Britta Peters-Scheu

Foto: Britta Peters-Scheu

Ich saß, mehr oder weniger, gemütlich auf einem dieser schwarzen Hartplastiksitze auf dem Frankfurter Flughafen, als auf einmal ein Polizist, ein Fahnder des Drogendezernats plus Drogenspürhund auf die einzige Sitzreihe in der Halle zukamen. Meiner Sitzreihe. Mir stand dummerweise der Colaautomat im Weg, weswegen ich anfangs nicht richtig mitbekam, worum es ging. Außerdem war ich ernsthaft dabei zu versuchen, das verbleibende Buch für mein Infographikseminar zu lesen. Die Neugier packte mich dann doch und ich beugte mich vor, um zu gucken, was da denn nun im Gange war. Und sah, dass nach und nach alle aufstanden und der Polizist auf mich zu kam. „Sprechen Sie Deutsch?“, fragte er mich. „Ja, klar“, war meine Antwort. „Dann stehen Sie bitte auf, dass der Hund einmal durchlaufen kann.“ Das Buch in der Hand stand ich also auf, meine Sitznachbarin bekam derweil alles noch auf Englisch erklärt. Angestrengtes Lachen ging durch unsere kleine Gruppe, wir standen ganz brav zwei Meter vor unseren Plätzen und begutachteten das Geschehen. Der Hund, lief, an der Leine ziehend und eilig schnuppernd, unter den Sitzen durch, hielt brav an den Koffern und Taschen und weiter ging‘s. Noch versuchte ich mich wieder meinem Buch zuzuwenden, im Stehen. Ein paar Sekunden später gab ich kläglich auf. Es war doch viel interessanter dem Ganzen zuzuschauen. Dennoch musste nun auch ich nervös lachen. In meiner Tasche befanden sich zwar nur eine Menge Oster-Süßigkeiten und ein Käsebrötchen, trotzdem muss ich ehrlich zugeben, ich war sichtlich angespannt. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil es das erste Mal war, dass ich mich in so einer Situation wiederfand. Als der Spürhund dann bei meinem Gepäck ankam, ging er schnurstracks an meinen Koffern vorbei, auf meine Handtasche zu. War ja klar. Da gab‘s was zu Essen. „Ey, das ist meins“, schoss es mir direkt durch den Kopf. Weiter ging’s noch vorbei an den Koffern meiner Sitznachbarn, dann war das Spektakel auch schon vorbei. Zwei Minuten hatte es höchstens gedauert. Irgendwie kam es mir länger vor. Beim Umgucken sah ich mehrere hochgezogene Augenbrauen und schüttelnde Köpfe.

Hund und Herrchen liefen dann noch zwischen den einzelnen Gepäckaufnahmeschaltern durch, während der Polizist in der Halle stehen blieb, als ob er auf irgendetwas warten würde. Wir hingegen saßen alle wieder auf unseren Sitzen und wandten uns dem zu, was wir vorher getan hatten. Ich versuchte mich wiederholt an meinem Buch. Aber, nix da. Denn plötzlich gesellten sich zum wartenden Polizisten noch zwei weitere hinzu. Und dann nochmal zwei. Was war hier los?! Jetzt wurden gründlich alle Schalter per Hand durchsucht. Monitore und Tastaturen wurden hochgehoben, Schubladen aufgezogen, Stühle durch die Gegend geschoben und unter Tische geguckt. Da schossen mir dann doch sehr merkwürdige Gedanken durch den Kopf: Hatte es vielleicht damit zu tun, dass mein Flieger bis nach Südamerika flog? Ganz schön voreingenommen, muss ich zugeben…

Für mich war das jedenfalls die aufregendste Wartezeit in sieben Jahren Fliegen. Was habt Ihr auf Euren Reisen so erlebt?

 

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