[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

Starr ist in zwei Welten zu Hause: in dem schwarzen Viertel, in dem sie aufgewachsen ist, und in ihrer überwiegend weißen Privatschule. Als ihr bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, muss sich Starr entscheiden: Wird sie schweigen oder ihre Stimme erheben?

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den cbt Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Ich war sehr lange sehr unsicher, ob mir dieses Buch gefallen sollte. Da Fantasy eher mein Genre ist, bin ich seit Die Frauen von Salem wirklich vorsichtig geworden, was Non-Fantasy Bücher angeht.
Hätten nicht so viele andere Blogger von diesem Buch geschwärmt, hätte ich es wohl nie versucht.

IMG_2668(1)Angie Thomas hat einen ergreifenden, flüssigen und sehr angenehmen Schreibstil. Sofern man das von einer Übersetzung sagen kann … Von meiner Seite auch ein riesengroßes Lob an die Übersetzerin, denn die Arbeit ist große klasse! Das Buch wurde nicht „stumpf“ übersetzt, sondern der Slang wurde beibehalten. Es kommen oft kurze, einfach englische Sätze im Buch vor, gefühlt jeder wird „Baby“ genannt und ich stand schon kurz davor mit „Yes, Sir“ zu antworten, als ich etwas gefragt wurde. Großartig! So großartig, dass ich gar nicht gemerkt habe, in welcher Geschwindigkeit die Seiten flogen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, schon war das Buch vorbei.

Vielen wird die Thematik nicht fremd sein, es war vor ein paar Jahren nicht aus den Medien wegzudenken: Weißer Cop erschießt schwarzen Jungen. Und danach explodiert eine ganze Stadt, gar ein ganzes Land. Und genau darum geht es in diesem Buch. Um die Geschichte zu erzählen bedient sich Thomas der mutigen Protagonistin Starr. Der 16-jährige Teenager muss hautnah miterleben, wie ihr Freund erschossen wird. Unbewaffnet. Unberechtigt.

Eigentlich hat Starr schon genug damit zu kämpfen, dass sie, wie schon im Klappentext erwähnt, in zwei komplett verschiedenen Welten lebt. Sie versucht es wirklich alle recht zu machen. An der weißen Schule nicht „zu schwarz“ zu sein und in ihrem schwarzen Viertel nicht „zu weiß“ zu wirken. Kein einfaches Unterfangen. Und dann wird alles nur noch komplizierter, denn sie muss sich entscheiden, redet sie oder schweigt sie. Wird sie Khalils Geschichte erzählen?

Auch Rassismus spielt eine bedeutende Rolle in dem Buch. Ob direkt, durch Worte einer „Freundin“ oder indirekt durch Kommentare ihres Vaters über ihren weißen Freund. Das Thema zieht sich durch das gesamte Buch und wird, wie ich finde, sehr gut dargestellt. Selbstverständlich kann ich mir als Weiße in Deutschland das Ganze nur bedingt und sehr schwer vorstellen, aber ich konnte mich ziemlich gut in die Welt und das Geschehen reinversetzen. Dank Angie Thomas und diesem Buch.

Nicht nur Starr durchläuft eine Entwicklung während der Geschichte, auch die Nebencharaktere, wie ihre Freunde und Familie, sind gut getroffen und sehr tiefgründig.

Fazit

Schwierig, aber dennoch sehr gut in Szene gesetzt. Die Thematik, die Angie Thomas in ihrem Buch aufgegriffen hat ist topaktuell und richtig gut geschrieben. Wie schon der Publishers Weekly schrieb: „Diese Geschichte ist notwendig. Diese Geschichte ist wichtig“. Meiner Meinung nach sollte dieses Buch zur Schullektüre gehören.

Daher ist es ganz klar eine Leseempfehlung.


Infos zum Buch:

Titel: The Hate U Give
Autor: Angie Thomas
Seiten: 512
ISBN: 978-3-570-16482-2
Verlag: cbt
Erstausgabe: 24. Juli 2017

2 Gedanken zu “[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

  1. Jill von Letterheart schreibt:

    Liebe Wiebi,

    eine wirklich schöne Rezension zu einem unglaublich wichtigen Buch!
    Eins der ersten, die ich mir auf Englisch vorgenommen hatte.
    Was habe ich mich gefreut, dass es so schnell schon übersetzt wurde, auch wenn es dadurch leider immer noch nicht den allzu großen Anklang in Deutschland gefunden hat.
    Ich finde die Herangehensweise von Angie Thomas genau richtig und kann dir demnach nur zustimmen: ab in die Klassenräume mit diesem Werk!
    Ich durfte die Autorin auf einer Lesung treffen und war absolut fasziniert von dieser starken, ehrlichen und warmherzigen Peron.

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

    • Wiebi Peters schreibt:

      Hi Jill!

      Danke für dein liebes Feedback!
      Ich kann mir wirklich vorstellen, dass das Buch auf Englisch noch einen Ticken besser ist, was die Sprache betrifft, wie es rüber kommt …
      Vielleicht erhört uns ja irgendwann jemand und bringt dieses großartige Werk in die Klassenzimmer 🙂
      Ich hatte bei dir auf dem Blog von der Lesung gelesen, ich glaub dir sofort, dass es der Hammer war 😉

      Liebste Grüße,
      Wiebi

      Gefällt mir

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