[Rezension] Träume wie Sand und Meer von Beatriz Williams

Cape Cod, Sommer 1966. Christina, genannt Tiny, hatte einmal große
Träume: Sie wollte Tänzerin werden und sie wollte sich verlieben. Nun ist
sie verheiratet mit einem der begehrtesten Männer des Landes, ihr Leben
scheint perfekt – doch warum verspürt Tiny den unbändigen Drang, dem
schicken Sommerhaus ihrer angeheirateten Familie den Rücken zu kehren
und aus allem auszubrechen? Als ihre unberechenbare Schwester Pepper in
ihr Leben platzt, im Schlepptau ausgerechnet den Mann, dem Tiny einst ihr
Herz schenkte, und sie dann auch noch Erpresserbriefe mit
kompromittierenden Fotos erhält, begreift Tiny, dass ihr makelloses Leben
unerwartete Gefahren birgt. Sie muss all ihren Mut aufbringen, um ihr
Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Zwischen den ganzen High Fantasy Büchern darf es so manches Mal auch ein Liebesroman sein. Diesmal schon fast historisch. Auch wenn ich bei der Rolle der Frau in den sechziger Jahren bei so manchem Satz fast wütend geworden wäre. Dem Himmel sei Dank lebe ich im 21. Jahrhundert.

IMG_3603Träume von Sand und Meer ist unterteilt in Kapitel über die Gegenwart, die aus Tinys Sicht erzählt werden und welche, die zwei Jahre zuvor aus Caps Sicht spielen. So wird Seite um Seite Spannung aufgebaut, ich wollte unbedingt wissen, was au Tinys Träumen geworden ist, wie es dazu kommen konnte, dass Cap, der Mann dem sie ihr Herz schenkte, nun doch nicht ihr Ehemann ist … Und vor allem, was es mit den Fotos auf sich hat.

So nähert man sich Stück für Stück dem Ereignis, dass Tiny Frank hat heiraten und ihre Träume aufgeben lassen. Das wurde wohl zu der Zeit von der Frau erwartet. Du bist unverheiratet? Klar, du kannst tanzen, deinen Träumen nachjagen, was immer du willst – solange du dich anständig verhälst. Jetzt bist du verheiratet? In Ordnung. Adieu, Träume. Adieu, Leben. Ab hinter den Herd und immer schön deinem Ehemann alles recht machen. Puh. Ihr merkt schon: voll meine Welt.

Tiny ist eine sehr hin- und hergerissene junge Frau. Mal ist sie absolut sicher, dass Frank das beste ist, was ihr passieren konnte. Einen Moment später zweifelt sie komplett an allem, wofür sie ein Leben lang von ihrer Mutter vorbereitet wurde. Sie ist neugierig und wissbegierig und versucht herauszufinden, wer hinter den Erpresserbriefen steckt – selbstverständlich ohne, dass ihr Mann irgendwas davon erfährt, denn das wäre fatal.

Frank war für mich am Anfang einfach nur ein einziges Klischee. Anwärter auf einen Senatorenposten, Politik hier, Politik da, junge Mädchen um ihn herum. Den Rest könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Der hat mich vielleicht genervt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Autorin nicht mehr Klischees in einen einzigen Charakter hätte reinpacken können. Dann kam die große Wendung und ich wurde eines besseren belehrt. Frank ist zwar trotzdem nach einem ganz bestimmten Schema gebaut, aber diesen Plottwist hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Wer mir richtig gut gefallen hat, ist Pepper. Was für eine Wahnsinnsfrau! Die hat mich echt vom Hocker gerissen. 60er Jahre, Frau hinterm Herd, etc. pp.? Nicht mit Pepper. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt sich absolut nichts sagen und haut ihre Meinung, ohne Rücksicht auf Verluste, raus. Egal ob Cap, Tiny oder Granny, der Matriarchin des Hardcastle-Clans, vor ihr ist niemand sicher. Über Pepper würde ich waaaaaahnsinnig gerne mehr lesen. Die Geschichte zu ihr gibt es wohl auch … muss ich doch mal auf Englisch lesen.

Tja, und Cap? Ich fand es wirklich heldenhaft, wie er für Tiny da war. Er war immer zum richtigen Zeitpunkt anwesend, genau dann, wenn sie ihn am meisten brauchte. Viel mehr möchte ich über ihn auch gar nicht mehr verraten, das müsst ihr schon selbst lesen.

Fazit

Eine wirklich tolle Liebesgeschichte, perfekt für Zwischendurch. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, gerade durch den Wechsel zwischen Flashbacks und Gegenwart. Ich musste einfach weiterlesen, um zu wissen, wie Tiny zum dem geworden ist, wie sie anfangs beschrieben wurde – die (nach außen hin) perfekte Ehefrau.

Eine Leseempfehlung von mir für euch für Zwischendurch. 😉


Infos zum Buch:

Titel: Träume wie Sand und Meer
Autor: Beatriz Williams
Seiten: 448
ISBN: 978-3-641-17670-9
Verlag: Blanvalet
Erstausgabe: 22. August 2016

Quelle Cover: Blanvalet Verlag

3 Kommentare zu „[Rezension] Träume wie Sand und Meer von Beatriz Williams

  1. Moin Pepper 😁,

    zuerst – einpacken, in den Osterurlub mitnehmen. Ich glaube, ich brauche jetzt auch mal was anderes zu lesen, mir wachsen schon Fae-Flügel. 😅

    Mir scheint, die Autorin kennt Dich. 👀 Ich erinnere mich an so manchen Deiner Vulkanausbrüche, wenn es um den spanischen Mann im 21. Jahrhundert ging. Was für ein Fest. Aus heutiger Sicht. 🤣
    DAS wäre doch DIE Antwort auf die gestrige Montagsfrage gewesen … 🤣🤣🤣 Ok, ich bin schon ruhig. 😎😋

    Du bist aber nicht die Einzige, die froh ist, später geboren zu sein. Gut, ganz so weit von 66 entfernt liege ich nicht, dennoch war der Unterschied schon beachtlich. Und auch, wenn selbst ich in noch beschränkt-gesellschaftliche Verhältnissen hineinwuchs, habe ich rechtzeitig genug die Kurve gekriegt bzw. mich erinnert, was in mir steckt. 🙏 Und was ich vom Klischee der Frau hinterm Herd halte, haben Deine Brüder ja umfassend in ihrer mütterlichen Lehrzeit herausgefunden. Nicht nur Kommasetzung rettet Leben. Kochen, backen, waschen, bügeln und putzen zu können, sind durchaus lebensbefürwortende Inhalte. Machen vielleicht genausowenig Spaß wie Kommas setzen, aber nun ja. Shit happens. 😂

    In diesem Sinne – versprüh ein bisschen (mehr) Pepper-Spray – wenn Dir wer seine eigenen Schranken aufzwingen will, Du weißt schon … 👊

    Küssi,
    die Mum 😘

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen!

      Ach, solche Vulkanausbrüche kann man über deutsche Männer im 21. Jahrhundert auch ganz gut mal haben. Obwohl es sich aktuell mehr als in Grenzen hält. Scheint doch welche zu geben, die dezent selbstständig und gut erzogen sind 😀

      Naja, ob ich in den sechziger Jahren hätte leben wollen? Nicht mal wie Pepper, würde ich behaupten. So im Untergrund … Klar, mit großer Klappe lebt es sich bestimmt leichter, aber näääääääh! Dann lieber jetzt mit großer Klappe 😛

      Liebste Grüße,
      die Tochter. ❤

      Gefällt 1 Person

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