[Rezension] Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens von Jen Malone

Aubree kann es nicht fassen: Ausgerechnet sie, eher Typ Couch-Potato als Globetrotterin, soll eine Europa-Busreise für Senioren leiten. Und sich dabei auch noch als ihre ältere Schwester Elizabeth ausgeben, der sie einen Gefallen schuldet. Das kann doch niemals gut gehen! Tatsächlich hat Aubree gleich von Beginn an alle Hände voll zu tun, um ihre Maskerade aufrechtzuerhalten und nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Als sie langsam feststellt, dass ihre skurrile Truppe vielleicht doch gar nicht so übel und Fernweh keine merkwürdige Krankheit ist, stößt ein unerwarteter Gast dazu und wirbelt alles durcheinander – Aubrees Gefühlswelt inklusive. Nun muss sie entscheiden, wer sie wirklich sein will.


Meine Geschichte mit diesem Buch begann im Februar.
Zuerst wurde ich dank Sarah auf den Magellan Verlag aufmerksam, einige Tage später dann durch Nicci auf dieses Buch.
Als ich Anfang Juni ein Wochenende frei hatte, kam ich in der Buchhandlung nicht mehr an daran vorbei. Diese Woche habe ich es dann schon aus dem Regal befreit und gelesen.

Ich muss ganz ehrlich sein und sagen, dass ich, nachdem ich das Buch beendet hatte, auf goodreads gesehen habe, dass Jule das Buch rezensiert hat. Gut weggekommen ist das es dabei nicht. Auch Ivy hat es überhaupt nicht gefallen. Mir jedoch schon. Und dann kamen meinen Zweifel. Hatte ich das Buch falsch verstanden? Hatte ich irgendwas übersehen, dass den beiden aufgefallen war? Ich folge beiden schon eine ganze Weile und lasse mich gern auch mal von ihren Empfehlungen leiten, daher kam meine große Unsicherheit. An dieser Stelle möchte ich mich jedoch beim Lieblingsmenschen und Sarah bedanken. Denn die beiden haben mich aufgemuntert, diese Rezension zu schreiben. Geschmäcker sind verschieden. Und das ist auch gut so! Mir ist das auch schon andersrum passiert: Bücher, die anderen total gefallen haben, fand ich überhaupt nicht gut. Diesmal war ich eben auf der anderen Seite.


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Schon allein der Titel versprach eine witzige Story, die bestimmt mit reichlich Fettnäpfchen geschmückt ist. Vor allem interessierte mich wirklich, wie es dazu kommen konnte, dass Protagonistin Aubree eine Reise unter falschem Namen antritt.
Dieser Umstand wird sehr schnell aufgeklärt, obwohl ich sagen muss, dass die Situation, die diese Aktion nötig gemacht hat, ziemlich absurd ist. Aber wer weiß, vielleicht ist eine solche Absurdität in Amerika wirklich möglich …

Der Anfang der Geschichte hat sich, für meinen Geschmack, ein bisschen gezogen. Als Bree dann endlich ein bisschen Verantwortung übernommen hat, flogen die Seiten förmlich dahin.
Dazu muss ich verraten, dass Bree das Nesthäkchen ist und ihr keiner auch nur die kleinste Kleinigkeit zurtraut. Daher ist sie zu Beginn absolut trotzig, will zwar beweisen wozu sie fähig ist, macht es dann aber doch nicht, sondern redet sich raus oder lässt andere Dinge für sie übernehmen. Das fand ich schon ganz schön dreist, aber es bleibt ja nicht für ewig so. 🙂

Deswegen finde ich auch, dass die Entwicklung der Protagonistin eines der Dinge war, die mir an diesem Buch besonders gefallen hat. Bree wird vom Neshäkchen zur jungen Frau, die sie ja eigentlich auch ist. Sie übernimmt Verantwortung für das, was sie tut, sie fängt an, sich um andere zu kümmern, sich für andere wahrhaftig zu interessieren. Zwar dauert es ein bisschen, bis sie selbst merkt, dass sie mit ihrer anfänglichen Art nicht weit kommen wird, aber sie merkt es.

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Wer das englische Cover mal gesehen hat, dem wird schnell klar, dass auch eine gewisse Lovestory eine Rolle spielt. Das sieht man der deutschen Version auf keinen Fall an. Sam ist auch wirklich ein toller Typ, den mochte ich von dem Moment an, in dem er das erste Mal auftaucht. Schlagfertig, humorvoll … einfach spitze! Und gegen Insta Love habe ich auch nicht wirklich was. Manchmal ist das eben so.

Auch wenn man nicht sehr viel über die Nebencharaktere – zum Großteil sind das die sechs Senioren – erfährt, so finde ich diese trotzdem sympathisch. Manche mehr, manche weniger, aber sympathisch sind sie mir. Selbst Aubrees Schwester Elizabeth fand ich gegen Ende recht nett.
Die Beziehung der Schwestern ist übrigens alles andere als luftig-leicht und fröhlich. Doch selbst das entwickelt sich im Laufe des Buches.

Zu den Städten, die im Laufe der Story besucht werden, kann ich rein gar nichts sagen, da ich noch keine einzige von ihnen besucht habe. Ich weiß, Schande über meine Kuh, ich war noch nicht einmal in Amsterdam oder Wien, geschweige denn in Venedig. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, da bin ich mir sicher, doch bisher habe ich es noch nicht dorthin geschafft. Ich fand, dass die Städte, Landschaften und generell die gesamte Umgebung echt toll beschrieben wurde. Ich hatte manchmal das Gefühl, ich wäre mittendrin. Ob diese Beschreibungen jedoch der Wahrheit entsprechen, vermag ich nicht zu sagen. Da können euch Jule und Ivy mehr dazu sagen.


Fazit

Gegen Ende musste ich zwischenzeitlich fast weinen, so emotional wurde das Buch und auch die Entwicklung der Protagonistin hat mir ganz gut gefallen, denn anfangs ging sie mir wirklich ein bisschen auf die Nerven. Alles in allem war es, für mich, eine recht unterhaltsame Geschichte.

Es hat anfangs ein bisschen gedauert und auch Bree ist manchmal alles andere als einfach, daher wird es „nur“ eine Leseempfehlung.


Infos zum Buch:

Titel: Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens
Autor: Jen Malone
Seiten: 320
ISBN: 978-3-7348-5034-9
Verlag: Magellan
Erstausgabe: 18. Januar 2018


Mit anderen Worten

„Zudem fehlte die Roadtrip- bzw. Reiseatmosphäre in diesem Roman, was nicht schlimm war, da die kulturellen Bezüge nur so vor Klischees trieften. “ – Miss Foxy Reads

„Ich wollte dieses Buch mögen, ich wollte es wirklich, allerdings habe ich das Gefühl, je mehr man sich unter Druck setzt, ein Buch zu mögen, desto weniger mag man es am Ende. Sehr schade um das verschenkte Potential.“ – ivy.booknerd

„„Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens“ ist die perfekte Urlaubs- und Strandlektüre für den Sommer! Flott und witzig erzählt, liest es sich in einem Rutsch weg und die Senioren sind wirklich putzig.“ – Tintenmeer

„Ein Urlaub mit einer Reisegruppe ist eben immer nur so gut, wie ihre Teilnehmer und diese hier waren einfach nur perfekt!“ – Kunterbunte Flaschenpost

5 Kommentare zu „[Rezension] Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens von Jen Malone

  1. Liebe Wiebi,
    hach, die Story klingt einfach total niedlich! Sie schafft es auf jeden Fall meine Wunschliste 🙂 Es klingt wie das perfekte Buch für Zwischendurch. Wie schön, dass ich und dein Lieblingsmensch dich zu dieser ehrlichen Rezension ermutigen konnten!

    Alles Liebe,
    Sarah

    Gefällt 2 Personen

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