[Rezension] Emily Bones – Stadt der Geister von Gesa Schwartz

Emily glaubt zu träumen, als sie sich eines Nachts in einem Grab wiederfindet. Aber es ist kein Traum. Entsetzt stellt sie fest, dass sie gestorben ist und nun als Geist auf dem Friedhof Père Lachaise herumspuken muss. Aber sie denk gar nicht daran, sich damit abzufinden. Denn sie ist keines natürlichen Todes gestorben, und fortan hat Emily nur noch ein Ziel: Sie will ihren Mörder finden und sich das Leben zurückholen, das er ihr gestohlen hat. Doch das ist selbst für einen Geist viel gefährlicher, als Emily es je für möglich gehalten hätte …

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag und die Netzwerk Agentur Bookmark für die Bereitstellung.

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Mein erster Gedanke beim Entdecken des Posts bei der Netzwerk Agentur Bookmark: Gesa Schwartz, das muss ich lesen! Ich habe zwar bisher nur Scherben der Dunkelheit gelesen, doch das Buch ist mir so in Erinnerung geblieben, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen wollte. Meine Erwartungen waren also dementsprechend hoch …

Allein schon das Cover ist super! Ich liebe zwar die Schutzumschläge bei Büchern sehr, doch es ist ganz schön selten geworden (oder ist das nur gerade meine Wahrnehmung), dass die Bücher direkt bedruckt und ohne Umschlag kommen. Auch die Gestaltung zu Anfang eines jeden Kapitels finde ich unglaublich süß gemacht!

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Wie erwähnt waren meine Erwartungen wirklich sehr hochgeschraubt. Da ich zu Anfang nicht wirklich klargekommen bin mit Emily, weil sie mir doch zu sehr „gejammert“ hat, hatte ich wirklich Angst, dass ich mich nicht völlig auf die Geschichte einlassen könnte. Doch weit gefehlt. Wie schon in Scherben der Dunkelheit, hat die Dunkelheit (verzeiht die Wortwiederholung, es ging einfach nicht anders), die da und doch nie ganz da war, mich vollkommen eingehüllt und nicht wieder losgelassen.

Emily ist ein freches, fluchendes, dreizehnjähriges Mädchen, das wahrlich nicht auf den Mund gefallen ist. Gerade noch war sie auf einer Halloweenparty mit ihrer besten Freundin und im nächsten Moment ist sie auch schon tot. Dass sie damit überhaupt nicht klarkommt und auf jeden Fall ihr Leben wieder zurückhaben will, ist irgendwie verständlich. Nur ist sie bei ihrem Vorhaben manchmal echt ein wenig nervig und richtig ungeduldig.

»Verdammt noch mal!« Sie funkelte ihn wütend an. »Was glaubst du, wer du bist? Batman?«
Er zuckte mit den Schultern. »Zu sterblich! Aber seine Höhle ist gar nicht so übel.«

S. 229

Doch ihre Entwicklung während der Story ist beachtlich und beeindruckend. Durch Balthasar, den Vampir – der im Übrigen nicht glitzert  – lernt sie recht schnell,  jedoch nicht ohne Protest, was es heißt, ein Geist zu sein. Ich habe unglaublich viel gelacht beim Lesen der Dialoge zwischen den beiden, die geben sich nämlich nichts in Sachen Schlagfertigkeit! Den Vampir selbst mochte ich auch sehr, trotz seiner anfänglichen Kälte und Zurückweisung. Stille Wasser sind tief.

Emilys Freunde Raphael und Cosimo sind mir auch sehr schnell ans Herz gewachsen. Leider sind die beiden im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund gerückt, was ich ein bisschen schade fand, da ich die beiden wirklich mochte. Doch sie sind wirklich cool und die ersten die Emily auf dem Friedhof kennen und mögen lernt.

Laut Cosimo gehörte dieser Werwolf zu den gefährlichsten und blutrünstigsten Bewohnern des Friedhofs. Und er hieß Manfred.

S. 61

Die Protagonistin verfolgt ein Ziel und kommt auf dem Weg dahin immer wieder an ihre Grenzen. Die Mitteilung dahinter finde ich unglaublich wichtig – gerade in einem Kinderbuch: Wenn du etwas wirklich, wirklich willst, dann sei hinterher. Tue alles in deiner Macht stehende, um dein Ziel erreichen. Und noch wichtiger: Ganz egal, wie oft du hinfällst, aufgeben ist keine Option. Man muss immer einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist. Und genau das lehrt Balthasar Emily im Laufe der Geschichte.

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Auch Freundschaft spielt in diesem Zusammenhang und im gesamten Buch eine wahnsinnig große Rolle. Wahre Freunde stehen immer hinter einem. Egal durch welche Abgründe und Dunkelheit man durch muss, deine Freunde werden immer da sein, auf sie kannst du zählen. Doch zuallererst muss man auf sich selbst zählen. Denn ohne Vertrauen in einen selbst, wie sollen andere Vertrauen in einen haben … ?

Hab keine Angst. Hier bist du in Sicherheit.
Aber es ist so dunkel, antwortete Emily, genau wie damals.
Und das ist ein Glück, erwiderte er. Denn die Dunkelheit ist die größte Magierin der Welt. In ihr ist alles möglich.

S. 373

Die Dunkelheit, die Gesa Schwartz in diesem Buch beschreibt, ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie sie für Kinder (und vielleicht auch Erwachsene) so manches mal aussieht. Denn am tiefsten Punkt der Finsternis versteckt sich meist etwas, das sich lohnt entdeckt zu werden …

Der Schreibstil der Autorin hat mich auch diesmal wieder beeindruckt. Mit jeder Seite hat sie unglaublich tolle Bilder in meiner Vorstellung gemalt – Emily, der Vampir, die Toten, der Friedhof … absolut beeindruckend. Zwar lässt diese detailreiche Beschreibung kaum Spielraum für eigene Fantasie, doch darüber kann man vermutlich streiten. Ich bin ziemlich erstaunt darüber, wie mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hat. Ich würde beinahe behaupten, dass sehr viel Poesie in dieser Prosa versteckt ist.

Fazit

Wirklich umwerfend! Die Entwicklung der jammernden Emily Bones in eine mutige und tapfere Kämpferin war absolut erstaunlich! Die Botschaften, die zwischen den Zeilen stecken sind sehr wichtig und wahnsinnig toll umgesetzt, was dem Buch noch eine ganz andere Note gibt, als nur ein „Halloween-Kinderbuch“. Etwas düster und doch farbenfroh, durchwoben mit Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und einem frechen Mundwerk – eine wahrlich gelungene Geschichte!

Ich bin hin- und hergerissen … doch dieses Buch fällt in die Kategorie Leseempfehlung. 🙂


Infos zum Buch:

Titel: Emily Bones – Stadt der Geister
Autor: Gesa Schwartz
Seiten: 448
ISBN: 978-3-522-50565-9
Verlag: Planet!
Erstausgabe: 17. Juli 2018


Mit anderen Worten

„Ein gruselig-schöner Lesespaß für Groß und Klein!“ – Die Bücherwelt von CorniHolmes

„Tolle Handlung, tolle Protagonistin, liebenswerte Nebencharaktere und ein grandioser Schreibstil machen das Buch zu etwas besonderem.“ – Nenis Welt

5 Kommentare zu „[Rezension] Emily Bones – Stadt der Geister von Gesa Schwartz

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