[Rezension] Odinskind von Siri Pettersen

Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist – ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles: Sie weiß weder, wer sie ist, noch, wohin sie gehört. Sie weiß nur, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat …


Nordische Mythologie übt irgendeine Art magische Anziehung auf mich aus. Auch wenn ich mich noch nie richtig damit auseinandergesetzt habe oder Ähnliches. Dennoch scheinen mich solche Geschichten immer besonders anzusprechen.
Seit Juli geistert Odinskind nun schon auf meinem SuB rum. Ich war „gespannt wie ein Flitzebogen“ auf die Geschichte. Und dann stand das Buch im Regal. Wie so oft.
Vor ein paar Wochen war es endlich soweit: Die Entscheidung war gefallen. Schon nach der Frankfurter Buchmesse blieb mein Blick des Öfteren am Buchrücken hängen, denn die Mädels, mit denen ich beim Verlagstermin von Arctis war, kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Da hat die Neugier also mal wieder gesiegt. 😉

Ich muss gestehen, dass der Einstieg nicht einfach war. Wirklich. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich in die Welt eintauchen konnte und alles verstand, mit was die Autorin so um sich geworfen hat. Ich gebe auch zu, dass ich so manches Mal wirkliche Zweifel hatte, ob ich die Begeisterung von so vielen anderen Bloggern auch spüren würde. Da ich mich aber entschlossen hatte, dem Buch eine Chance zu geben, gab ich nicht auf. Und wurde belohnt. Sowas von! Sollte euch das also auch passieren, gebt nicht gleich auf, die Geschichte ist es wirklich wert – sofern ihr Fantasy liebt, selbstverständlich.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven: Hirka, Rime und Urd. Über letzteren will ich euch gar nicht viel verraten, ich fand ihn jedoch ziemlich abscheulich. Den Perspektivwechsel selbst fand ich toll – ich bin der Meinung, das ist immer ganz erfrischend und beschert einem eine ganz andere Leseerfahrung.

Hirka, die Protagonistin, war schon immer anders – sie hat keinen Schwanz. Doch wie unähnlich sie ihren Freunden, ihrem Vater und ihren Mitmenschen ist, ahnt sie nicht einmal ansatzweise, bis ihr Vater sie über alles aufklärt. Sie ist ein Odinskind und dürfte gar nicht existieren. Sie gehört nicht in diese Welt. Sie muss aus Ymsland verschwinden. Und das ist gar nicht mal so einfach.

Rime ist gewissermaßen Hirkas bester Freund. Oder er war es, bis er das Dorf vor drei Jahren verlassen hat um am Ritual teilzunehmen und seinen Platz bei den Adligen einzunehmen. Dass er plötzlich – so kurz bevor Hirka selbst am Ritual teilnehmen muss – wieder auftaucht, überrascht sie mehr als nur ein bisschen. Warum ist er wieder da? Und noch viel wichtiger, wie lange wird er bleiben?

Beide Protagonistin durchlaufen immer wieder Situationen, in denen sie sich, ihre Welt und alles, was sie kennen in Frage stellen müssen. Und obwohl es einige Mal wirklich heftig zugeht, sind die Entscheidungen von Hirka und Rime (meist) gut durchdacht und absolut nachvollziehbar. Die Entwicklung der beiden fand ich absolut spitzenklasse und hatte großen Spaß die beiden zu begleiten.

Wie schon erwähnt, war es nicht so ganz leicht, ins Ymsland einzutauchen, in das Siri Pettersen ihre Leser katapultiert. Es werden Mythen kurz angesprochen, Gepflogenheiten erwähnt und weiter geht’s. Ohne, dass ich recht wusste, wie mir geschah. Aber keine Panik! Es wird alles nach und nach erklärt und aufgelöst. Und dann geht die Post ab, sag ich euch. Auf einmal wurde es unglaublich spannend, die Seiten flogen, die Kapitel rasten dahin und ich folgte Rime und Hirka durch das halbe Ymsland – immer mal wieder einen Blick auf die Karte werfend. Und die ist ziemlich cool.

Beim Suchen von anderen Rezensionen zu Odinskind, landete ich übrigens auch bei der FAZ. Dass das Buch dort unter der Rubrik „Kinderbuch“ läuft, finde ich fragwürdig. Es soll zwar ab 14 sein, aber auch das würde ich mir nochmal überlegen, denn ganz ohne ist das Buch nämlich nicht. Es geht um Macht, Intrigen, Lügen, Verrat, aber auch um Freundschaft, Vertrauen, Hoffnung und Liebe. Gerade Freundschaft und Vertrauen findet Hirka an sehr ungewöhnlichen Orten im Laufe ihrer Flucht durch Ym. Doch da es an so mancher Stelle auch ganz schön brutal zur Sache geht, kann man eine leichte und seichte Lektüre auf keinen Fall erwarten.

Fazit

Auch wenn es mir anfangs nicht leicht fiel, in die Geschichte einzutauchen, so wurde ich dennoch nicht enttäuscht. Odinskind bietet eine phänomenal beschriebene nordische Welt, die viele Geheimnisse parat hält. Stück für Stück wird man von der Autorin in diese eingeweiht und trotzdem gibt es auch nach knapp 700 Seiten noch so viel mehr zu entdecken. Starke, tiefgründige Protagonisten und interessante (und abscheuliche) Nebencharaktere führen den Leser durch ihre Abenteuer in Ym – ein Lesespaß, den kein Fantasyliebhaber verpassen sollte!

Aufgrund der anfänglichen Schwierigkeiten schafft es dieser Titel nicht ganz an die Spitze, dennoch eine klare Leseempfehlung.


Infos zum Buch:

Titel: Odinskind
Autor: Siri Pettersen
Seiten: 444
ISBN: 978-1-729-33950-3
Verlag: Arctis
Erstausgabe: 20. Juli 2018


Mit anderen Worten

Mit Odinskind – Die Rabenringe hat Siri Pettersen ein Epos geschaffen, dem ich nicht entkommen konnte. Eine perfekt ausgeklügelte Geschichte voller Intrigen, Macht, Lügen und Liebe gemischt mit nordischer Mythologie und Charakteren, die alles Dagewesene übertrumpfen.“ – Booknerds by Kerstin

„Wer sich auf eine solche Story einlassen kann und wen der Klappentext schon irgendwie anspricht, sollte dieses Buch definitiv lesen und sich auf eine Geschichte voller Aktion, Spannung und einer rauen Welt gefasst machen.“ – Fuchsias Weltenecho

„Dieses Buch hat definitiv das Zeug um Generationen von Fantasy-Fans in den Bann zu ziehen.“ – Claudis Gedankenwelt

„Das Setting von Odinskind ist phänomenal. Ich liebe es. Man versinkt von der ersten Seite an in die Welt von Hirka. Ein absoluter Pageturner, trotz seiner vielen Seiten.“ – Dreams of Fantasy

„Gepaart mit nordischer Mythologie bekommt das Setting hier ein emotionales Update – entkommen, keine Chance. Man ist innerhalb weniger Seiten in Ymsland gefangen, sorgt sich um Hirka und stellt sich selber viele Fragen, auf die man einfach keine Antwort findet. Die Neugier treibt mich immer weiter in das Dunkel und ich fange mit jeder weiteren Zeile an, die Charaktere mehr und mehr zu hinterfragen. Die Geschichte wurde so für mich eine wilde Achterbahnfahrt.“ – Kasas Buchfinder

3 Kommentare zu „[Rezension] Odinskind von Siri Pettersen

  1. Hallo ❤
    Das hört sich ja richtig interessant an! Danke für diese Rezension, du machst mich echt neugierig auf dieses Buch. Und die nordische Welt klingt auf jeden Fall spannend und entdeckungswert! 😀

    Ps. Zur Info – ich bin mit meinem Blog zum selbsthosting umgezogen – wenn du meine Beiträge weiterhin sehen und eine Meldung erhalten möchtest, müsstest du mir neu über E-Mail folgen. Ich würde mich freuen, dich auf meinem Blog wieder zu begrüssen! Alles Liebe http://www.readbooksandfallinlove.com

    Gefällt 1 Person

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