[Rezension] Ein Tag im Dezember von Josie Silver

Ein Augenblick reicht aus, um sich zu verlieben. Doch es braucht ein halbes Leben, um sich zu lieben.

Jack und Laurie begegnen sich an einem kalten Dezembertag. Es fühlt sich an, als wäre es die große Liebe, doch dann verpassen sie den richtigen Zeitpunkt um ein paar Sekunden. Erst ein Jahr später treffen sie sich endlich wieder, aber mittlerweile ist Jack mit Sarah zusammen, Lauries bester Freundin, und ihre Liebe scheint unmöglich. Was bleibt, ist eine Freundschaft, die über Jahre hält, in der sie einander Geheimnisse und Träume anvertrauen. Eine Freundschaft, die ihnen Halt gibt, auch wenn alles andere aus dem Ruder läuft. Aber so richtig vergessen können sie ihre Gefühle füreinander nie …

In letzter Zeit standen wieder vermehrt Liebesgeschichten auf dem Plan. Ob das an Weihnachten lag? Einen „richtigen“ Weihnachtsroman habe ich dieses Jahr bisher jedoch noch nicht gelesen. Wird langsam auch bissl spät. 😀

Schon der Klappentext hat mich wahnsinnig neugierig gemacht und direkt an Love, Rosie erinnert. Ich kenne zwar nur den Film mit Lily Collins, doch der hat mir richtig gut gefallen. Vielleicht schafft es irgendwann auch noch das Buch ins Haus. Auf jeden Fall wäre dieses Buch ein wahrer Klappentext-Kauf (und Cover-Kauf) geworden – wenn es nicht plötzlich einfach so in meinem Wohnzimmer aufgetaucht wäre. Wie das wohl passiert ist? 😛

Die Geschichte hat wahnsinnig viel Witz, Humor, Liebe und eine große Prise Drama. Muss ja so sein, wenn zwei sich finden, verlieren und jahrelang befreundet sind – Gefühle inklusive.

Wo ich auch hinsehe, überall ist Weihnachten. Ich kaufe schon seit Stunden ein und bin mittlerweile soweit, dass ich Rudolph verprügeln, Mariah Carey umlegen und die nächste Person, die mich anrempelt, mit Lametta erwürgen möchte.

S. 110

Mit Protagonistin Laurie konnte ich mich, jobtechnisch, sogar ein bisschen identifizieren. Sie will unbedingt für ein Magazin schreiben, schließlich hat sie Journalismus studiert und dennoch arbeitet sie in einem Hotel an der Rezeption. Ich arbeite zwar nicht in einem Hotel an der Rezeption, aber Journalismus habe ich auch studiert. Ich wäre allerdings gerne Lektorin. 😉
Ich muss gestehen, dass ich Laurie anfangs älter geschätzt hätte. Bis plötzlich rauskam, dass sie zu Beginn erst Anfang 20 ist. Macht – im Nachgang – auch Sinn.

Lauries beste Freundin Sarah ist, meiner Meinung nach, das Klischee der besten Freundin schlechthin. Gutaussehend, erfolgreich, kann sich irgendwie jeden Mann angeln. Und plötzlich bekommt sie ausgerechnet Lauries Traummann. Ob das gut geht? Ich hatte das Buch über immerzu ein mulmiges Gefühl. Sowas kann einfach nicht gut gehen. Oder?

Und Jack? Der ist echt cool. Nur eben mit der „falschen“ zusammen. Sonst würde es das Buch vermutlich gar nicht geben. 😛
Ich mochte ihn. Meist. Manchmal. Es gab Stellen im Buch, da mochte ich ihn nicht so sehr, einfach, weil er sich doof verhalten hat oder seinen Hintern nicht hochbekommen hat. Aber im Großen und Ganzen war er total toll. Traumtyp-toll.

An manchen Stellen hat sich die Geschichte ein bisschen gezogen, für meinen Geschmack. Es gab Situationen, die waren etwas langatmig und dennoch haben sie zum Gesamtbild dazugepasst. Was mir wirklich gefehlt hat, war die angekündigte langjährige Freundschaft zwischen Jack und Laurie. Versteht mich nicht falsch, die beiden waren wirklich befreundet, aber irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt.

Trotz dieser zwei kleinen Kritikpunkte hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Das Buch ist in Jahre aufgeteilt, und je mehr Zeit verstreicht, desto mehr entwickelt sich Laurie, desto besser weiß sie, was sie will und was nicht. Auch die anderen Charaktere entwickeln sich mit der Zeit und man lernt sie gut kennen.

Was mir sogar besonders gut gefallen hat war das Thema „loslassen“. Einsehen und akzeptieren, wenn etwas nicht funktioniert, nicht passt, einfach nicht sein soll. Selbstverständlich tut auch das wahnsinnig weh und ist alles andere als einfach, doch warum das Unvermeidbare rauszögern und noch mehr Schmerz verursachen? Beziehungen müssen, meiner Meinung nach, nicht im Rosenkrieg enden. Nach außen hin kann alles perfekt aussehen und dennoch ist es genau das eben nicht. Diese Tatsache zu akzeptieren und die Konsequenz daraus zu ziehen, das ist wahre Stärke. Und genau das hat auch in diesem Buch stattgefunden. Bei wem verrat ich euch natürlich nicht. 😉

“Ich habe geantwortet, dass ich weiß, wie schmerzhaft es ist, jemanden loszulassen, den man zu lieben glaubt. Dass ich aber nicht denke, dass es für jeden von uns nur einen Menschen auf der Welt gibt. Das ist unrealistisch. […]Aber ich habe ihm auch gesagt, dass manchmal, selten, Menschen wieder auftauchen. Und wenn das passiert, sollte man diese Menschen für immer festhalten.“

S. 213

Zu guter letzt ist Freundschaft auch ein wichtiger Bestandteil der Story. Nicht nur zwischen Jack und Laurie, sondern auch zwischen Laurie und Sarah. Auch eine Freundschaft hat nicht nur gute Zeiten. Manchmal kann man sich nicht ausstehen, hat Geheimnisse voreinander, hat vielleicht sogar Angst, wie die andere Person reagieren könnte, wenn man das Geheimnis preisgibt, selbst wenn die Freundschaft schon so lange besteht. Weil man den anderen einfach nicht verlieren oder gar verletzen möchte. Doch wahre Freundschaft, die geht durch dick und dünn, erlebt Höhen und Tiefen und besteht weiterhin.

Fazit

Ein süßer Liebesroman, der an manchen Stellen etwas langatmig war. Trotzdem fand ich die Geschichte bezaubernd, die Charaktere haben interessante Entwicklungen zurückgelegt und mich in manchen Situationen sogar ein bisschen überrascht. Freundschaft, Beziehungen, Schlussstriche, all das waren wichtige Themen, die in diesem Buch einen wichtigen Platz einnehmen und absolut toll verpackt sind.

Trotz der kleinen Kritik ist es ein Herzensbuch.


Infos zum Buch:

Titel: Ein Tag im Dezember
Autor: Josie Silver
Seiten: 480
ISBN: 978-3-453-42292-6
Verlag: Heyne
Erstausgabe: 8. Oktober 2018


Mit anderen Worten

folgt

3 Kommentare zu „[Rezension] Ein Tag im Dezember von Josie Silver

  1. Guten Morgen!

    Ich fand das Buch auch toll und hab da erstmal keine Kritikpunkte gesehen. Es war für mich definitiv ein Highlight letztes Jahr und wie du fand ich es gut, dass es um so viele unterschiedliche Themen ging. Es beschreibt einfach so gut, wie das Leben laufen kann!
    Eine schöne Rezension!

    Liebe Grüße
    Denise

    Gefällt 1 Person

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