[Rezension] Der Herzschlag der Steine von Isabel Morland

Vorweg: Vielen Dank an Droemer Knaur & Netzwerk Agentur Bookmark für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Schottland fasziniert mich schon eine ganze Weile. Angefangen hat es vermutlich irgendwann letztes Jahr, als ich Outlander für mich entdeckte. Die Natur, das Mystische … ich finde es grandios.
Warum also nicht einen Liebesroman lesen, der in Schottland spielt?

Atemberaubende Beschreibungen

Schon im Prolog  von Der Herzschlag der Steine beschreibt Autorin Isabel Morland die Umgebung auf eine unglaublich detaillierte Art und Weise. Ich konnte mir alles haargenau vorstellen, hatte teilweise sogar das Gefühl, ich würde die Natur, die Steine, den Ozean vor mir haben. Die Landschaft auf Lewis, einer der Äußeren Hebriden Schottlands, muss wirklich atemberaubend schön sein. Außerdem bin ich mir ziemlich, dass die Autorin bei der Beschreibung von Wind und Wetter – vor allem Wind – nicht ein bisschen übertreibt.

Poetische Schreibweise

Beim Prolog musste ich mich wirklich konzentrieren. Vor allem hatte ich große Panik, dass das gesamte Buch in solch einem gestochen hohen Stil geschrieben sein würde und stöhnte innerlich schon auf. Wäre es so gewesen, wäre ich vermutlich verzweifelt. Doch Isabel Morland kann nicht nur „mittelalterlich“ poetisch schreiben, sondern auch locker, flockig, dass die Seiten sich fast schon von selbst umblättern.

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Eine ruhige Liebesgeschichte

Ich habe selten so eine ruhige Liebesgeschichte gelesen. Zumindest kam es mir so vor. Das gesamte Buch strahlt eine unglaubliche Ruhe aus – und das obwohl es ständig stürmt! 🙂
Protagonistin Ailsa möchte eigentlich nur das Haus Ihrer Mutter verkaufen und dann wieder zurück in ihr „perfektes“ Leben nach Toronto. Nur, dass eben alles anders kommt. Man erfährt einiges über Ailsa (man spricht es Elsa aus … ich lese trotzdem ständig A-i-lsa in meinem Kopf :D) und auch ihre Entwicklung war deutlich anzumerken. Ich finde, das merkt man auch bei den anderen beiden Hauptcharakteren Grayson und Blair.

Warum geben wir uns mit weniger zufrieden, wenn wir wissen, dass es uns auf Dauer nicht glücklich macht? Wir belügen uns selbst, indem wir etwas geloben, das wir nicht halten können. Warum versprechen wir uns >für immer und bis, dass der Tod uns scheidet<, wenn es doch nicht bis zur nächsten Straßenkreuzung reicht?

S. 267

Allen voran geht es auch darum, Geheimnisse aufzudecken. Das war schon ein wenig spannend, es gibt immer mal wieder kleine Häppchen, man versucht sich einen Reim draus zu machen und wartet ab, was geschehen wird.

Doch das Buch dreht sich nicht nur um Liebe und Geheimnisse, sondern auch darum, mit sich selbst im Reinen zu sein, sich und die Dinge, die man in der Vergangenheit getan hat, zu akzeptieren und einander zu verzeihen. Das ist ein Aspekt des Buches, der mir wirklich sehr gut gefallen hat.

Sin mar a tha e, es ist wie es ist …

S. 76

Ich muss jedoch gestehen, dass mich trotz all dieser wirklich positiven Aspekte, das Buch nicht total fesseln konnte. Die Story ist schön, es gibt spannende Momente, doch ich konnte nicht komplett eintauchen und mich in den Seiten einkuscheln. Woran es genau lag, kann ich gar nicht sagen, da es so viel Positives zu schreiben gibt. Dennoch ist der Funke nicht übergesprungen.

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Fazit

Eine unglaublich und wunderschön geschriebene Geschichte in einem atemberaubenden Setting. Isabel Morland hat einen tollen poetischen Schreibstil, der dazu geführt hat, dass ich mich dort in Schottland sehr wohlgefühlt habe. Auch Charaktere der Geschichte sind gut ausgearbeitet, haben Tiefe, sind authentisch. Dennoch konnte der entscheidende Funke leider nicht überspringen. Der Herzschlag der Steine ist eine ruhige Liebesgeschichte mit einem Hauch Mystik „am Ende der Welt“.


Darum geht’s:

Als Ailsa nach vielen Jahren auf ihre kleine Insel auf den Äußeren Hebriden zurückkehrt, will sie eigentlich nur das Haus ihrer verstorbenen Mutter verkaufen. Nichts scheint sie mehr mit ihrer Heimat zu verbinden, und mit ihrer Vergangenheit hat sie längst abgeschlossen und in Toronto ein neues Leben angefangen. Doch der Zauber der Insel und die grandiose Natur ziehen sie bald wieder in ihren Bann, und als sie ihrer alten Liebe erneut begegnet, muss sie sich eingestehen, dass die Bindungen an ihr Zuhause stärker sind als gedacht. Doch wird es ihr gelingen, alte Wunden zu heilen?


Infos zum Buch:

Titel: Der Herzschlag der Steine
Autor: Isabel Morland
Seiten: 464
ISBN: 978-3-426-52354-4
Verlag: Knaur
Erstausgabe: 11. Januar 2019


Mit anderen Worten

„Ein atmosphärischer Roman für alle, die gerne solche schönen Geschichten lesen und dabei noch ein Stück Schottland miterleben möchten.“ – Fliegende Gedanken

„Die Geschichte um Aisla konnte mich von Anfang bis Ende für sich gewinnen. Es ist ein Urlaub für die Seele und eines meiner fokussierten Reiseziele sind nun definitiv die äußeren Hebriden.“ – Tasty Books

2 Kommentare zu „[Rezension] Der Herzschlag der Steine von Isabel Morland

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