[Rezension] All in – Tausend Augenblicke von Emma Scott

All in – Tausend Augenblicke habe ich von meiner Lieblings-Rika zu Weihnachten bekommen. Vor vier Monaten schon war die Geschichte überall in meiner Timeline zu sehen und ich fand, der Klappentext klang wirklich gut. Und dann wurde das Buch zum Regalbewohner. 😀
Vorgestern hatte ich richtig Lust auf eine Liebesgeschichte und habe All in vom obersten Regalbrett befreit – und mich sofort in der Geschichte verloren.

Hat mich schon der Klappentext gefesselt? Ja.
Habe ich mich fast augenblicklich in die Charaktere verliebt? Sowas von!
Sind Tränen geflossen? Gegen Ende sogar fast ununterbrochen.
Gab es Absätze, Seiten und Szenen, die mir „zu viel“ waren? Ja!
Habe ich das Buch dennoch genossen? Absolut.

Diese fünf Fragen und Antworten fassen meine Meinung zu diesem Titel ganz grob zusammen. Falls ihr also nicht mehr wissen wollt, alles beantwortet. Falls ihr doch meine ausführlichere Meinung lesen möchtet: here we go.

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Selbstverständlich werde auch ich skeptisch, wenn ich sehr viele positive Stimmen zu einer Geschichte höre und lese. Ich habe die Rezensionen zwar nicht proaktiv verfolgt, allerdings immer wieder Bilder vom Cover auf Instagram gesehen und überflogen, wie sehr die Story geliebt worden ist. Und ich muss sagen, die Geschichte ist gut. Richtig gut.
Vor allem die ersten zweihundert Seiten hatten es in sich. Es waren die ganz großen Gefühle, die die Autorin Emma Scott hier vermittelt. Und schon im ersten Teil habe ich die ein oder andere Träne verdrückt und ein wenig geschnieft.

Kacey ist ein Rockstar. Und zwar genau so, wie ich mir ein junges Mädchen im Rockbiz vorgestellt habe (warum auch immer). Lack, Leder, schwarze Klamotten, hohe Schuhe, viel Schminke – und viel Alkohol. Absolutes Bad Girl. Und obwohl sie kurz davor ist, ganz groß rauszukommen, ist ihr dieses Leben eigentlich viel zu klein. Denn Kacey ist größer als all das. Sie ist ein Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht als Anerkennung und Liebe. Nur ist ihre Art, genau das zu bekommen, irgendwie vergänglich. Oder viel eher das Ergebnis.
Mein erster Eindruck von ihr war im Übrigen ein wenig voreingenommen, doch ich wurde sehr schnell eines besseren belehrt, was mich sehr gefreut hat.

»Ich habe Angst, dass ich damit beschäftigt bin, Angst zu haben, dass nie überhaupt irgendetwas aus mir wird.«

S. 176

Jonah ist … Jonah. Vielleicht kommt er einem auf den ersten Blick ein wenig naiv vor, doch das ist er ganz und gar nicht. Ein Teil seines Geheimnis wird recht schnell aufgedeckt und ich hatte auch schon kurz danach eine Ahnung davon, was der Rest sein könnte. Und schon da liefen die Tränen in Strömen. Ich konnte seine Reaktionen, seine Zurückhaltung, sein Verhalten verstehen, auch wenn ich nicht im Geringsten sagen würde, das ich weiß, wie er sich gefühlt hat. Nicht ansatzweise. Und ich bin ehrlich gesagt froh darüber.
Ich habe ihn sehr schnell ins Herz geschlossen.

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Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war für mich wirklich bittersüß. Wenn ihr das Buch kennt, wisst ihr warum. Falls nicht … ich werde nicht diejenige sein, die euch spoilert. 😉
Ich finde die Entwicklung der beiden wirklich toll und wunderschön, es war unglaublich, die beiden auf dem Weg zu begleiten. Das waren wirklich ganz große Emotionen, herzzerreißende Momente, Lachen und Tränen in einem.

Man erinnert sich nicht an die Tage, man erinnert sich an die Augenblicke.
Cesare Pavese

S. 211

Was mir allerdings ein wenig sauer aufgestoßen ist, waren die Sexszenen. Und da rede ich wirklich nicht groß um den heißen Brei drum. Ich weiß, worauf ich mich einlasse, wenn ich zu New Adult Büchern greife, keine Frage. Allerdings liegt der kleine feine Unterschied der Bücher in der Art, wie diese Szenen geschrieben sind. Und in diesem Fall wurde es teils wirklich plump. Und wenn ich Lust bekomme, weiterzublättern, bis die beiden fertig sind, dann ist das kein gutes Zeichen. Außerdem ist – und da kann ich Ivy nur recht geben – die Geschichte vor lauter Sex irgendwann komplett im Hintergrund verschwunden.
Viel mehr möchte ich auf diesen Aspekt gar nicht eingehen, da ich sonst wirklich noch zu viel verrate, aber das musste ich einfach loswerden.

Wie schon zu Beginn erwähnt finde ich, dass die Story in gewisser Weise vorhersehbar ist und gerade gegen Ende wusste ich, wie der zweite Band weitergehen würde. Ob ich ihn dennoch lesen werde? Vermutlich. Meine Neugier wird siegen. Und vielleicht bleibt mir der negative Aspekt vom ersten Band dann erspart.

Der Schreibstil von Emma Scott ist leicht und angenehm zu lesen und ruft ganz große Emotionen hervor. Ich bin wirklich nah am Wasser gebaut, das könnt ihr mir glauben, aber so viel habe ich seit Wie die Stille unter Wasser nicht mehr geweint. Ich hatte fast schon Angst, dass mir die Taschentücher ausgehen würden. 😛
Emma Scott hat mich mit ihren Worten wirklich tief berührt und mit einigen Sätzen auch zum Nachdenken gebracht.

Fazit
Ein emotionale Achterbahnfahrt, die mich unglaublich berührt und wirklich mitgerissen hat. Ich habe gelacht und geweint, mit Kacey und Jonah gelitten und geliebt. Einzig der intime Aspekt des Buches hat mir überhaupt nicht gefallen, den hätte ich am liebsten übersprungen. Ansonsten habe ich eine Geschichte verschlungen, die mich so schnell nicht loslassen wird.


Darum geht’s:

Kacey Dawson wollte immer nur Musik machen. Aber selbst der kometenhafte Aufstieg ihrer Band kann sie nicht über ihre innere Einsamkeit hinwegtäuschen. Nach einem desaströsen Konzert in Las Vegas wacht sie mit dem schlimmsten Kater ihres Lebens auf der Couch ihres jungen Chauffeurs Jonah Fletcher auf. Er bietet ihr eine Auszeit von ihrem Leben als Rockstar und den Halt, den sie immer gesucht hat. Schon nach kürzester Zeit verspürt Kacey eine tiefe Verbundenheit zu Jonah – es ist, als wäre er der Teil von ihr, der immer fehlte. Doch Jonah hat ein Geheimnis – so groß und herzzerreißend, dass es ihre Welt für immer auf den Kopf zu stellen droht …


Infos zum Buch:

Titel: All in – Tausend Augenblicke
Autor: Emma Scott
Seiten: 425
ISBN: 978-3-7363-0819-0
Verlag: Lyx
Erstausgabe: 26. Oktober 2018


Mit anderen Worten

„Für mich war das Buch ein Reinfall und ein erneuter Beweis dafür, dass dieses Genre einfach nichts für mich ist. Das nächste Mal werde ich mich ganz sicherlich nicht noch einmal bequatschen lassen.“ – Ivy Booknerd

„Danke. Danke Emma Scott für diese wundervollen Worte, die mich mehr als berührt haben. Danke für all den Schmerz und jede einzelne Träne. Danke für all das „fühlen“ und all die Liebe.“ – Bookaholic.

„Charaktere, die mehr sind als sie auf den ersten Blick scheinen.
Eine Geschichte, die tiefer geht, als man zuerst ahnt.
Ich bin einfach hin und weg und dieses Buch war eines der besten New Adult Bücher, die ich je gelesen habe!“ – Bookalicious

„Es gab hier viele Elemente die mir wirklich gefallen haben. Ich mochte Jonahs Freunde, ich konnte den Konflikt zwischen Kacey und ihren Eltern nachvollziehen, ich liebte Jonahs Kunst. Aber emotional hat mich das Buch wirklich sehr sehr schwer erreicht muss ich sagen.“ – Ina’s Little Bakery

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