[Rezension] On The Come Up von Angie Thomas

Vielen Dank an den cbj Verlag und die Netzwerk Agentur Bookmark für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Den ersten Roman von Angie Thomas habe ich nicht nur geliebt, sondern vergöttert. The Hate U Give ist so viel mehr als genial geschriebenes Buch. Es ist ein unglaublich wichtiges Buch.
Durch ihr grandioses Debüt war meine Erwartung an den zweiten Titel dementsprechend hoch. Konnte On The Come Up diese erfüllen?

Ich lese sehr selten Bücher, die außerhalb von Fantasy, New Adult, Young Adult und Liebesromanen existieren. Dieser Titel zählt also unter „Horizont erweitern“.

Mit Bri hat Angie Thomas eine Protagonistin erschaffen, die ich am liebsten alle fünf Seiten an die Wand geklatscht hätte. Mindestens. Was für ein unsympathisches, großkotziges, mistverzapfendes Ding. Himmel noch eins! Es gab nicht wenige Momente, in denen ich das Buch am liebsten durch den Raum geschmissen hätte, weil Bri wieder irgendwelchen Unfug getrieben hat. Oder den Mund zu weit aufgemacht hat. Oder sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Oder einfach nur unfassbar naiv unterwegs war. Selten hat mich eine Protagonistin so dermaßen Nerven gekostet.

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Ihr großer Traum ist es Rapperin zu werden. Als zu Hause so einiges aus dem Ruder läuft, ist es nicht mehr nur ein Traum, sondern eine Notwendigkeit. Und dafür würde sie alles tun. Und das meine ich damit. Alles.
Ihr könnt euch also vorstellen, was das für Schwierigkeiten mit sich bringt. Und Konsequenzen.

Doch nicht nur ihr immer schlimmer werdender Charakter hat mich in den Wahnsinn getrieben. Auch die Art und Weise, wie sie mit ihren Freunden und Mitmenschen umgegangen ist. Ich sag euch, in diesem Buch habe ich vor Augen geführt bekommen, was wahre Freundschaft heißt. Viele Menschen wären schon sehr lange auf und davon gewesen, doch Bris Freunde und Familie haben zu ihr gehalten. Egal was sie getan hat. Egal wie sehr sie alle mit ihrer Art von sich gestoßen hat.

Auch in diesem Buch versucht die Autorin wieder die Unterschiede zwischen weißen und schwarzen Kindern in Amerika darzulegen, allerdings gelingt ihr das – meiner Meinung nach – nicht so gut wie in ihrem ersten Buch. Zwar geht Brianna auch auf eine „weiße“ Schule, sie wird getriezt, anders behandelt und sogar angegriffen, dennoch geht die Geschichte in eine ganz andere Richtung. Vielleicht war auch gerade das der Hintergedanke der Autorin. Dass nicht jeder so ein „Glück“ hat, Eltern zu haben, die finanziell halbwegs gut dastehen. Dass viele Kinder Opfer bringen müssen. Oder denken, sie müssten dies tun. Und, dass genau dadurch viele Kids auf die schiefe Bahn geraten. Sich mit den falschen Menschen einlassen und anlegen. Selbstverständlich ist das alles nur reine Spekulation meinerseits. Dennoch wäre es plausibel.

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Oder aber, man sieht es wie Ivy. Dass es eben nicht um diesen Unterschied geht, sondern darum, schwarzen Kindern und Jugendlichen endlich mal eine Stimme zu geben. Ich kann euch Ivy’s Rezension auch nur ans Herz legen – sie ist klasse! ❤

Abgesehen von meinen Differenzen mit Bri habe ich die restlichen Charaktere ein wenig ins Herz geschlossen. Ihre Mum Jay, ihr Bruder, Sonny, Malik, ihre Tante Pooh. Sie alle sind etwas besonderes und durchleben ihre Entwicklung im Lauf der Geschichte. Das fand ich schon sehr genial, denn es ist selten so, dass auch die Nebencharaktere so eine prägnante Entwicklung durchleben.

Es gab – wie schon erwähnt – Momente, in denen ich das Buch am liebsten an die Wand geklatscht hätte. Und dann gab es Momente, in denen ich mich gefreut habe, Hoffnung hatte. Und genau diese Situationen waren der Grund, warum ich weitergelesen habe. Weil ich daran geglaubt habe, dass es sich einfach nur lohnen kann, dieses Buch zu lesen. Weil man manchmal über seinen Schatten springen muss. Auch mal unangenehme Zeilen lesen muss, um am Ende belohnt zu werden. Auch wenn ich die Protagonistin wirklich nicht mag, so hat Angie Thomas ein grandioses Buch erschaffen.

Fazit
Bri und ich hatten es nicht einfach. Und es wird auch nichts mit uns. Aber das macht nichts. Denn trotz meiner Abneigung war On The Come Up ein richtig gutes Buch. Ein wichtiges Buch. Hut ab, Angie Thomas.
Und egal was die Autorin in der Zukunft auch schreiben wird, ich werde es lesen. Weil ich weiß, dass diese Frau Menschen eine Stimme gibt, die zu oft keine haben. Weil ihre Bücher wichtig sind.
Zwar bin ich nicht ganz so begeistert wie von The Hate U Give, dennoch ist der zweite Titel der Autorin auf andere Art und Weise genial.

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Darum geht’s

Die 16-jährige Bri wünscht sich nichts sehnlicher, als eine berühmte Rapperin zu werden. Als Tochter einer Rap-Legende ist das nicht leicht: Ihr Vater starb, kurz bevor er den großen Durchbruch schaffte, und Bri tritt in riesengroße Fußstapfen. Dann verliert ihre Mutter ihren Job. Plötzlich gehören Essensausgaben, Zahlungsaufforderungen und Kündigungen ebenso zu Bris Alltag wie Reime und Beats. Als sich die unbezahlten Rechnungen stapeln und ihre Familie kurz davor ist, ihre Bleibe zu verlieren, wird klar: Eine berühmte Rapperin zu werden, ist für Bri nicht länger nur ein Wunsch, sondern ein Muss …


Infos zum Buch:

Titel: On The Come Up
Autor: Angie Thomas
Seiten: 512
ISBN: 978-3-570-16548-5
Verlag: cbj
Erstausgabe: 04. März 2019


Mit anderen Worten

„Wie man sieht und liest konnte mich auch On The Come Up endlos begeistern, nicht nur wegen der wichtigen Themen, die hier angesprochen und behandelt werden, sondern auch aufgrund des absolut genialen Schreibstils, der großartigen Charaktere und des für mich absolut neuen Plot, der nicht nur Spaß macht, sondern auch unterhält und inspiriert.“ – Ivy Booknerd

„Bri ist für mich ein verzogenes, vorlautes Gör, die nur an sich selber denkt und bei jedem Piep gleich in die Luft geht. Sie hat mich absolut aufgeregt. Für mich ist “On the come up” den Hype nicht wert … “ – Lovin Books

3 Kommentare zu „[Rezension] On The Come Up von Angie Thomas

  1. Liebe Wiebi,
    ein schöner und vor allem ehrlicher Beitrag!
    Manchmal fällt es einem ja gar nicht so leicht über gewisse Kritikpunkte hinwegzusehen (und das muss man natürlicha uch nicht). Dennoch freut es mich sehr, dass dich die geschichte trotzdem noch so begeistern konnte und bin nun umso gespannter auf das Buch 🙂

    Liebste Grüße
    Jill

    Gefällt 1 Person

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