[Rezension] Im Zeichen der Acht von Benjamin Lebert

Vielen Dank an Arctis und die Netzwerk Agentur Bookmark für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Ein fantastisch gestaltetes Cover. Ein wahnsinnig toller Buchschnitt. Ein vielversprechender Klappentext. Und doch konnte mich „der neue Lebert“ leider überhaupt nicht begeistern. Dabei wollte ich das so sehr …


Als Katja das Cover mit der Bloggerplanung veröffentlichte wusste ich: Das willst du auf jeden Fall lesen. Wollte ich wirklich. Und hab ich auch. Allerdings war die große Vorfreude ziemlich bald zunichte gemacht und auch mein Elan wurde von Seite zu Seite weniger.

Gewisse Wörter

Wer mich schon länger liest weiß, dass ich gerne mal kurze Sätze raushaue. Ich mag das wirklich. Und ich habe auch absolut nichts dagegen, wenn jemand so schreibt. Das wäre schon irgendwie fatal, nicht wahr?
In diesem Fall jedoch hat mich der Schreibstil nach gefühlt jedem dritten Satz total aus dem Lesefluss gebracht. Wenn ich denn überhaupt mal reingekommen bin. Damit nahm die Sache ihren Lauf.
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich oft fluche, wenn ich mich aufrege. Auf Deutsch sind es meist „gängige“ Schimpfwörter, auf Spanisch kann es schon mal eine ganze Tirade sein. Gewisse Wörter würde ich allerdings niemals in den Mund nehmen. Geschweige denn schreiben.
Ich vermute, dass die Intention des Autors darin lag, einige der Jugendlichen so authentisch wie möglich zu Papier zu bringen. Wie gesagt, es ist eine Vermutung. Denn anders kann ich mir die teils sehr vulgäre Sprache nicht erklären. Ich habe kein Problem damit, an der ein oder anderen Stelle eines Buchs „Sche****“ oder „Ar***“ zu lesen. Es darf auch mal ein „Fu**“ sein. Darüber hinaus … da bin ich raus, ehrlich gesagt. Es kann gut sein, dass es an mir liegt – zugegeben. Doch wenn es Schimpfwörter und Flüche jenseits dieser und ähnlich „harmloser“ Wörter sind, bringt mich das vollkommen aus meinem Lesefluss. Ich finde es einfach unpassend.
Leider stellt sich mir dabei jedoch auch noch eine andere Frage: Reden die Jugendlichen heutzutage wirklich so? Das wäre mehr als erschreckend …

Charaktere mit Tiefe

Eins muss ich dem Autor lassen: Er hat gehalten, was er unterhalb des Klappentextes versprochen hat:

Es ist wichtig, die Dunkelheiten, die Verzweiflungen, die zarten Hoffnungen der Teenager ernst zu nehmen. Es werden die Dunkelheiten und Hoffnungen der nahen Zukunft sein.

In Im Zeichen der Acht treffen sehr unterschiedliche Welten aufeinander und keiner der Charaktere ist in irgendeiner Art und Weise normal. Mit „normal“ meine ich in diesem Fall ein gutes Elternhaus, gut behütete Kindheit usw. Diese Definition trifft auf keinen der acht Jugendlichen zu. So viel schon einmal vorab. Allerdings scheinen hier die tiefsten Abgründe zusammenzukommen, die man sich nur vorstellen kann. Irgendwie hat es der Autor auf jeden Fall geschafft, dass ich mich bei dem ein oder anderen Protagonisten geschüttelt habe und dachte: „Bitte lass mich niemals einem Menschen wie dir begegnen“. Hut ab, an dieser Stelle.

Benjamin Lebert katapultiert einen Charakter nach dem anderen in die Handlung und ich als Leserin kam nicht dazu, zu verstehen, wie die einzelnen Personen im Zusammenhang standen, noch konnte ich mich wirklich auf jeden einzelnen einlassen. Mir hat einfach die Verknüpfung gefehlt. Selbstverständlich hängt letztendlich alles in der Geschichte miteinander zusammen, doch irgendwie hat es mich genervt, dass alles in Bruchstücken auf mich eingebrochen ist.

Durch all die genannten Punkte fand ich es demnach schwierig, mich auf die Handlung einzulassen. Die Idee dahinter ist wirklich gut, keine Frage. Gut gegen Böse. Immer ein super Thema, muss ich sagen. Was mir hier allerdings so richtig gefehlt hat – es kann auch sein, dass ich es einfach nicht verstanden habe –, ist die Aufklärung. Warum müssen die beiden gegeneinander kämpfen? Wer hat entschieden, dass es das Schicksal der beiden ist?
Die Erklärung der Fantasyelemente in einer sonst sehr normalen Welt … das hat mir wirklich gefehlt.

Was ich allerdings wieder positiv fand: das Setting. Das war eine wahre Abwechslung. Spielen doch viele Bücher in den USA oder England, so spielt dieses in Freiburg im Schwarzwald. Häufig gibt es Szenen in der Natur, mitten im Wald, manchmal auch in der Stadt. Ich war zwar noch nie in Freiburg, aber es scheint dort recht schön zu sein.

Ich wollte Im Zeichen der Acht wirklich mögen. Ich wollte, dass Cover und Klappentext ihr Versprechen halten. Für mich persönlich hat es einfach nicht gereicht. „Der neue Lebert“ und ich haben einfach nicht zusammengepasst. Was für mich auch völlig in Ordnung ist. Es ist kein schlechtes Buch. Es ist einfach nicht mein Stil.
Für mich war der Schreibstil zu abgehakt, es wurden plötzlich immer mehr Protagonisten, bei denen mir der Zusammenhang fehlte, und mir halt schlussendlich die Erklärung gefehlt.


Und darum geht’s

Acht Kämpfer. Ein Schicksal.

Einst sind Martha und Tristan Menschen gewesen, nun sind sie Boten einer längst
vergangenen Welt und tief verfeindet. Sie steht für das Bewahren, er für den Untergang.
Sie sind gekommen, um Verbündete zu finden für den alles entscheidenden Kampf der Acht.
Der unsere Zukunft besiegeln wird.


Infos zum Buch:

Titel: Im Zeichen der Acht
Autor: Benjamin Lebert
Seiten: 324
ISBN: 978-3-03880-033-0
Verlag: Arctis
Erstausgabe: 13. März 2020


Mit anderen Worten

folgt …

2 Kommentare zu „[Rezension] Im Zeichen der Acht von Benjamin Lebert

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