[Rezension] Meine Augen sind hier oben von Laura Zimmermann

Mit Meine Augen sind hier oben hat Laura Zimmermann mir so viel mehr als mein Jahreshighlight 2020 beschert. Meine Augen sind hier oben ist ein Buch, das wichtiger ist als vieles, das ich bislang gelesen habe.

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[Rezension] Bauherr sucht Frau von Julia Bähr

Zwar müsste das Buch Denkmalschützerin sucht Mann heißen, aber vielleicht war der Titel einfach nicht fesch genug. Oder dieser Titel erinnert eben doch sehr an ein bekanntes TV-Format. Man weiß es nicht. Leichte Sommerlektüre für Zwischendurch.

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Selbstoptimierung oder doch Faulenzen? – Was das C-Ding mit mir macht

Heute wird ein ganz fantastischer Tag. Oder?

Gereiztheit.
Schon direkt nach dem Aufstehen. Und vor dem ersten Kaffee.
Manchmal wache ich auf und einer der ersten Gedanken ist, dass ein weiterer Tag anbricht, der uns irgendeiner Normalität wieder näherbringen wird. Und dann gibt es Tage, da wache ich mit einem Augenrollen auf.
Heute war so einer dieser Tage. Ich tapse also ins Bad, putze mir die Zähne, watschel die vier Stufen nach unten in die Küche und schalte das Kaffeemonster ein. Drei Schritte zurück, Kühlschrank auf, Milch raus. Und dann passiert es: Ich bekomme (mal wieder) die vermaledeite Milchflasche nicht auf!
Noch nie war ich einem Frustschrei so nahe. Noch nie.

Sport.
Seit über zwei Jahren bin ich im Fitnessstudio angemeldet. Der Rücken. Ob ich mich damals angemeldet habe, um mich besser zu fühlen und ein reineres Gewissen zu haben oder weil ich wirklich dachte, ich würde es durchziehen – das weiß ich heute nicht mehr. Fakt ist: Ich war kaum je dort. Nach der Arbeit war das Studio zu voll und morgens war ich irgendwann einfach zu faul.
Dass ich gerade jetzt wirklich beginnen würde, regelmäßig Sport zu machen, hätte ich nie geglaubt. Hätte mir vor drei Monaten jemand gesagt, dass ich freiwillig joggen gehe – und zwar alleine! – oder auch Workouts mache … das hätte ich nie und nimmer geglaubt.
Ist das diese Selbstoptimierung von der gerade alle sprechen?

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Da kann ich dich – und auch mich selbst – beruhigen. Nein. Ist es nicht. Dafür sitze ich nämlich noch viel zu häufig und zu lange auf dem Sofa und tue nichts. Okay, das ist nicht korrekt. Ich daddel. Ich verplempere Zeit. Und das nicht zu wenig. Prokrastination war schon seit eh und je etwas, dass ich perfekt beherrsche. Ich sitze da, tippe auf dem Tablett rum und lasse unglaublich viel Zeit verstreichen. Zeit, die ich auch sinnvoll nutzen könnte.

Für meine Steuererklärung, beispielsweise.
Oder für die Anordnung der Bücherregale.
Oder zum Putzen.
Oder zum generellen Aufräumen.
Oder …
Oder …
Oder …

Werde ich durch die Situation ein besserer Mensch?

Doch seien wir mal ehrlich. Würde ich das alles tun, wenn das C-Ding nicht über alles herrschen würde? Nein. Definitiv nicht. Warum also in einen Wahn verfallen, der alles andere als authentisch wäre? Selbstverständlich werde ich in einigen Wochen wieder hektisch und fluchend an meinem Schreibtisch sitzen, alle Unterlagen zusammensuchen und über der Steuererklärung verzweifeln. Und definitiv wird der Moment kommen, in dem ich mich unglaublich über die hier herrschende Unordnung aufregen werde – um dann an einem Wochenende wieder viel zu viel auf einmal regeln zu wollen.

Warum sollte sich an all diesen Dingen nun etwas ändern? Ich meine, klar, es wäre schon schön, wenn hier etwas mehr Ordnung herrschen würde. Wenn ich meinen Blog mit ein wenig mehr Disziplin betreiben würde. Regelmäßig nach dem Lesen eines Buches auch direkt die Rezension zu schreiben hat schon etwas angenehmes. Aber weißt du was? Nur, weil aktuell Chaos herrscht, heißt das nicht, dass ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen muss und tausend Baustellen im meinem Leben eröffnen sollte. Ganz im Gegenteil. Baustellen habe ich vor der Haustür schon genug. Da reichen mir ein oder zwei „innere“ völlig aus.

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Denn eins ist gewiss: Ich kenne mich mittlerweile gut genug und weiß, dass ich in wenigen Tagen heulend und schniefend auf dem Sofa sitzen würde, wenn ich mir zu viel zumute. Wenn ich denke, dass ich alles auf einmal schaffen könnte. Wonder Woman bin ich auf gar keinen Fall. War ich noch nie und bin ich auch jetzt nicht. Warum sollte das C-Ding etwas daran ändern? Menschen ändern sich nicht von jetzt auf gleich. Das dauert. Und das ist auch gut so. Ein wenig Beständigkeit in all dem ist doch gar nicht mal so verkehrt …

Du bist gut, so wie du bist.

Hab also kein schlechtes Gewissen, wenn du mal wieder stundenlang auf Netflix unterwegs warst, Animal Crossing gezockt oder einfach nichts getan hast. Sei entspannt, wenn du keinen Sport machst, sondern einfach nur liest. Auch das ist eine Beschäftigung.
Etwas zu ändern ist schön und gut. Dass wir uns nun mit uns selbst befassen, ist eine gute Sache. Aber bitte in Maßen.

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