Selbstoptimierung oder doch Faulenzen? – Was das C-Ding mit mir macht

Heute wird ein ganz fantastischer Tag. Oder?

Gereiztheit.
Schon direkt nach dem Aufstehen. Und vor dem ersten Kaffee.
Manchmal wache ich auf und einer der ersten Gedanken ist, dass ein weiterer Tag anbricht, der uns irgendeiner Normalität wieder näherbringen wird. Und dann gibt es Tage, da wache ich mit einem Augenrollen auf.
Heute war so einer dieser Tage. Ich tapse also ins Bad, putze mir die Zähne, watschel die vier Stufen nach unten in die Küche und schalte das Kaffeemonster ein. Drei Schritte zurück, Kühlschrank auf, Milch raus. Und dann passiert es: Ich bekomme (mal wieder) die vermaledeite Milchflasche nicht auf!
Noch nie war ich einem Frustschrei so nahe. Noch nie.

Sport.
Seit über zwei Jahren bin ich im Fitnessstudio angemeldet. Der Rücken. Ob ich mich damals angemeldet habe, um mich besser zu fühlen und ein reineres Gewissen zu haben oder weil ich wirklich dachte, ich würde es durchziehen – das weiß ich heute nicht mehr. Fakt ist: Ich war kaum je dort. Nach der Arbeit war das Studio zu voll und morgens war ich irgendwann einfach zu faul.
Dass ich gerade jetzt wirklich beginnen würde, regelmäßig Sport zu machen, hätte ich nie geglaubt. Hätte mir vor drei Monaten jemand gesagt, dass ich freiwillig joggen gehe – und zwar alleine! – oder auch Workouts mache … das hätte ich nie und nimmer geglaubt.
Ist das diese Selbstoptimierung von der gerade alle sprechen?

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Da kann ich dich – und auch mich selbst – beruhigen. Nein. Ist es nicht. Dafür sitze ich nämlich noch viel zu häufig und zu lange auf dem Sofa und tue nichts. Okay, das ist nicht korrekt. Ich daddel. Ich verplempere Zeit. Und das nicht zu wenig. Prokrastination war schon seit eh und je etwas, dass ich perfekt beherrsche. Ich sitze da, tippe auf dem Tablett rum und lasse unglaublich viel Zeit verstreichen. Zeit, die ich auch sinnvoll nutzen könnte.

Für meine Steuererklärung, beispielsweise.
Oder für die Anordnung der Bücherregale.
Oder zum Putzen.
Oder zum generellen Aufräumen.
Oder …
Oder …
Oder …

Werde ich durch die Situation ein besserer Mensch?

Doch seien wir mal ehrlich. Würde ich das alles tun, wenn das C-Ding nicht über alles herrschen würde? Nein. Definitiv nicht. Warum also in einen Wahn verfallen, der alles andere als authentisch wäre? Selbstverständlich werde ich in einigen Wochen wieder hektisch und fluchend an meinem Schreibtisch sitzen, alle Unterlagen zusammensuchen und über der Steuererklärung verzweifeln. Und definitiv wird der Moment kommen, in dem ich mich unglaublich über die hier herrschende Unordnung aufregen werde – um dann an einem Wochenende wieder viel zu viel auf einmal regeln zu wollen.

Warum sollte sich an all diesen Dingen nun etwas ändern? Ich meine, klar, es wäre schon schön, wenn hier etwas mehr Ordnung herrschen würde. Wenn ich meinen Blog mit ein wenig mehr Disziplin betreiben würde. Regelmäßig nach dem Lesen eines Buches auch direkt die Rezension zu schreiben hat schon etwas angenehmes. Aber weißt du was? Nur, weil aktuell Chaos herrscht, heißt das nicht, dass ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen muss und tausend Baustellen im meinem Leben eröffnen sollte. Ganz im Gegenteil. Baustellen habe ich vor der Haustür schon genug. Da reichen mir ein oder zwei „innere“ völlig aus.

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Denn eins ist gewiss: Ich kenne mich mittlerweile gut genug und weiß, dass ich in wenigen Tagen heulend und schniefend auf dem Sofa sitzen würde, wenn ich mir zu viel zumute. Wenn ich denke, dass ich alles auf einmal schaffen könnte. Wonder Woman bin ich auf gar keinen Fall. War ich noch nie und bin ich auch jetzt nicht. Warum sollte das C-Ding etwas daran ändern? Menschen ändern sich nicht von jetzt auf gleich. Das dauert. Und das ist auch gut so. Ein wenig Beständigkeit in all dem ist doch gar nicht mal so verkehrt …

Du bist gut, so wie du bist.

Hab also kein schlechtes Gewissen, wenn du mal wieder stundenlang auf Netflix unterwegs warst, Animal Crossing gezockt oder einfach nichts getan hast. Sei entspannt, wenn du keinen Sport machst, sondern einfach nur liest. Auch das ist eine Beschäftigung.
Etwas zu ändern ist schön und gut. Dass wir uns nun mit uns selbst befassen, ist eine gute Sache. Aber bitte in Maßen.

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Typisch Buchnerd! | 5 Sätze, die ich als Leseratte ständig sage (oder denke)

In den letzten Wochen und Monaten musste ich das ein oder andere Mal ein bisschen über mich selbst lachen, da mir ein paar Angewohnheiten aufgefallen sind, die ich vor meinem Vielleser- und Bloggerleben gar nicht hatte – zumindest möchte ich das glauben. Und da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich damit nicht alleine stehe, wollte ich meine Gedanken einfach mal mit euch teilen.
Schmunzeln ist durchaus erlaubt. Wiedererkennung übrigens auch. 😛

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[Reseña] – „Harry Potter y el legado maldito“ de J.K. Rowling

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Título: Harry Potter y el legado maldito

Autora: J.K. Rowling

Páginas: 320

ISBN: 978-8498387568

Editorial: Salamandra

Fecha de publicación: 28. September 2016

 

Diecinueve años después …

La octava historia …

 

Opinión

La verdad es que tenía muchísimas ganas de leer este libro, aunque, viendo la fecha de publicación, vengo con un poco de retraso. Pero: nunca es tarde, verdad?
Cuando lo abrí, volví a estar en 6° de primaria – entonces leímos una obra de teatro en el cole. Dado que es el texto original de la obra de teatro, viví la historia de forma diferente a un libro de prosa. Era como estar dentro de la historia. Mucho más vivo, más real. Quizá por la forma, quizá porque Harry Potter forma parte de mi vida desde hace casi dieciséis años, quién sabe …
La cuestión es que cada vez que Albus Severus Potter, el hijo de Harry y Ginny, se quejaba en el andén 9 ¾ de que todo el mundo los estaba mirando, podía escuchar su voz, el tono que empleaba. Era como tenerlo delante de mí. Por eso me gusta tanto la idea de publicar la obra de teatro como libro.

Sin embargo, ahí termina un poco mi entusiasmo por el libro, el desarrollo de la historia es un poco resbuscado. Obviamente no quiero contar de más, porque a mí misma no me gustan las reseñas que cuentan demasiado.

Solo os cuento lo siguiente:
Albus deja, a lo largo de todo el libro, muy claro lo que piensa de su legado.
Los hijos son capaces de convertir enemigos de por vida en (casi) amigos – o algo así.
La desaparición de la fama puede, más que simplificar, dificultar la vida.
Ron sigue siendo el caos en persona.
Hermione … es Hermione.

Conclusión

Como ya he dicho, la forma del libro me gusta más que su contenido. Aun así, sabía que tenía que leerlo, era como una pequeña necesidad. Harry Potter me ha acompañado desde que tenia 11 años, así que la curiosidad podía conmigo. Creo que si Harry Potter forma parte de vuestra vida, de alguna manera, tenéis que leerlo. Aunque solo sea para poder decir: „Lo he leído, por supuesto“.
Algunas cosas no me cuadraban, me parecían demasiado rebuscadas, quizá tenéis la misma impresión, quizá no. Para gustos … ya sabéis.
Al final, he de decir … la historia de Harry Potter, del „niño que sobrevivió“, terminó, para mi, hace seis años, con la última película.

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Bin ich eine schlechte Journalistin, weil ich keinen Bock mehr auf „Mord und Totschlag“ habe?

Seit Jahren (genau genommen seit zwei Jahren) habe ich dieses eine Interview hier auf meinem Blog, das fast täglich angeklickt wird.
2015 habe ich die spanische Auslandskorrespondentin Aurora Mínguez interviewt. Sie hat jahrelang in Berlin gelebt und für das spanische Radio Radio Nacional de España berichtet. Seit nunmehr drei Jahren lebt sie in Paris und berichtet von dort aus über die französische Welt.

Nun scheinen alle, die diese Journalistin googlen, bei mir zu landen – ob die das Interview lesen, keine Ahnung. Auch nach über tausend Klicks war das beste Feedback bisher die Note meines Profs an der Uni (danke für 9 Punkte).

Zurück zum Thema: Jeden Tag landen also die Google-Suchenden auf meinem Blog. Mal mehr, mal weniger. Am letzten Donnerstag, 20. April 2017, gingen die Besucherzahlen dann jedoch durch die Decke. Ich mich natürlich gefreut wie Bolle – aber ohne jeglichen Schimmer oder Ahnung, warum es plötzlich so viele waren.
Ich habe das ganze sogar noch per Screenshot an meinen Lieblingsmenschen geschickt, halb wundernd, halb freuend.

Nun, die die aufmerksam (aufmerksamer als ich am Donnerstag?) waren … Paris, Donnerstagabend, da war doch was…? Genau! „Mord und Totschlag“. Einzelheiten könnt ihr der Presse entnehmen, falls ihr doch keine Ahnung habt wovon ich rede.
Nun ging Paris so völlig an mir vorbei. Wann ich das bemerkt habe? Freitag, 8.30 Uhr im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Da lief nämlich das Radio.

Mein erster Gedanke? „Ach du Kacke.“
Mein zweiter Gedanke? „Wieso kam keine Push-Nachricht?“

Donnerstagabend hatte ich zum ersten Mal seit Monaten wieder ein bisschen am Layout meines Blogs gebastelt (schick, ge?). Ich habe sogar noch mit mir selbst gehadert, denn es stand immer noch Journalismus-Studentin unter meinem Namen – bin ich ja seit geraumer Zeit nicht mehr.
Also, schreibe ich Journalistin? Uff … wann war genau mein letzter Artikel? Bin ich denn eine? Nur Buchbloggerin? Damit habe ich gerade erst angefangen. Was bin ich also? Meine eigene kleine Existenzkrise am Rande.
Am Ende nahm ich beides, wie ihr sehen könnt. Bin ich ja irgendwie auch.

Zurück zu Freitag im Auto. Ich hatte also null mitbekommen und habe mich einfach nur gewundert über all diese Besuche. Nachdem ich im Radio gehört hatte, was genau vorgefallen war, war mir natürlich klar, warum auf meinem Blog plötzlich so viel los war.

Nun stellte ich mir also eben diese Frage: Bin ich eine schlechte Journalistin? Weil „Mord und Totschlag“ (mal wieder) an mir vorbeigegangen waren? Vielleicht gab es ja eine Push-Nachricht von einer der Presse-Apps auf meinem Handy, vielleicht ist die unter den ganzen anderen Benachrichtigungen untergegangen?
Vielleicht, vielleicht … vielleicht auch nicht.

Und dann bemerkte ich: Es ist mir egal. Nicht das was geschehen ist, nein. Es ist mir egal, dass ich es nicht mitbekommen habe.
Ich habe mich recht am Anfang meines Studiums entschieden, nicht über Tragödien, etc. zu schreiben. Das gibt es, meiner Meinung nach, schon viel zu viel. Ich möchte über schöne und positive Dinge schreiben. Macht mich das alles also zu einer schlechten Journalistin?

Nein.

[Rezension] „Harry Potter und das verwunschene Kind“ von J.K. Rowling

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Titel: Harry Potter und das verwunschene Kind
Autor: J.K. Rowling
Seiten: 300
ISBN: 978-3-551-55915-9
Verlag: Carlsen
Erstausgabe: 24. September 2016

 

 

Die achte Geschichte.
Neunzehn Jahre später.

Meinung

Ich hatte mich so richtig auf dieses Buch gefreut, auch wenn ich es irgendwie erst recht spät in die Hände bekommen habe. Als ich es aufschlug, wurde ich sofort in die 6. Klasse zurückbefördert – damals haben wir „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller gelesen. Kennt ihr noch diese kleinen gelben Reclam-Hefte aus der Schule? Für einen klitzekleinen Moment dachte ich, ich wäre wieder in der 6. Klasse.

Dadurch, dass das Buch das Theaterskript ist, liest es sich, meiner Meinung nach, viel lebendiger. Jedes Mal, wenn Albus sich darüber beschwert, dass die Leute am Bahngleis 9 3/4 schon anfangen zu starren, konnte ich mir die Situation – und vor allem den Ton, in dem Albus es wohl sagen würde – bildlich vorstellen. Daher finde ich die Idee, das Buch als Skript zu belassen, wirklich spitze.

Der Verlauf der Geschichte ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt … zumindest hatte ich an manchen Stellen des Buches das Gefühl.
Dass Albus mit dem Vermächtnis seines Vaters überhaupt nicht klarkommt und damit eigentlich auch gar nicht klarkommen will, macht er das Buch über sehr klar. Und dass alte „Feinde“ letztendlich zu (fast) „Freunden“ durch ihre Kinder werden, zeigt, dass nichts im Leben konstant ist – nicht einmal eine so tiefe Feindseligkeit. Es zeigt auch, dass der Ruhm, den Harry einst erlebte, neunzehn Jahre später mehr oder weniger passé ist und ihm das mehr zu schaffen macht, als ihm das Leben zu vereinfachen. Ron ist immer noch so chaotisch wie vor neunzehn Jahren und Hermine … ist eben Hermine.

Fazit

Wie erwähnt, hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut, es ist einfach und, vor allem, schnell zu lesen, eben dadurch, dass es ein Skript ist. „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ist sehr bildlich geschrieben, man wird an bekannte und nicht so bekannte Orte wie Godric’s Hollow geführt. Trotzdem finde ich einige Teile des Buches ein bisschen weit hergeholt und weiß nicht, was ich davon halten soll. Es ist keine klassische Harry Potter Geschichte, diese Ära endete (für mich) mit dem letzten Film vor sechs Jahren. Trotzdem ist es für Fans toll, immer mal wieder etwas über „den Jungen, der überlebte“ zu lesen.

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