[Rezension] „Diabolic – Vom Zorn geküsst“ von S.J. Kincaid

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Titel: Diabolic
Autor: S. J. Kincaid
Seiten: 488
ISBN: 978-3-401-60259-2
Verlag: Arena
Erstausgabe: 03. Januar 2017

 

 

Eine DIABOLIC ist stark.
Eine DIABOLIC kennt kein Mitleid.
Eine DIABOLIC hat eine einzige Aufgabe: Töte, um den einen Menschen zu schützen, für den du erschaffen wurdest.

Als Nemesis und Tyrus sich am Imperialen Kaiserhof begegnen, prallen Welten aufeinander. Sie – eine Diabolic, die tödlichste Waffe des gesamten Universums. Liebe ist ihr völlig fremd. Er – der Thronfolger des Imperiums, der von allen für wahnsinnig gehalten wird. Liebe ist etwas, das ihn nur schwächen würde. Dass ausgerechnet diese beiden zusammenfinden, darf nicht sein. Denn an einem Ort voller Intrigen und Machtspiele ist ein Funke Menschlichkeit eine gefährliche Schwachstelle.

Meine Meinung & Fazit

Nemesis und Sidonia. Nemesis und Tyrus. Was wie eine Dreiecksgeschichte klingt, wird gegen Ende auch eine – nur nicht wie ihr es euch vorstellt.

Sidonia, Erbin der Impyreaner, wird an den Kaiserhof zitiert. Nemesis, die für Sidonia geschaffen wurde, wird aufgetragen ihren Platz am Hof einzunehmen um sie zu beschützten. Geschaffen um nur eine einzige Person auf der Welt zu lieben, verliebt sie sich – in den scheinbar geisteskranken Thronfolger Tyrus.

Die Intrigen und Machtspiele, die der Klappentext schon erwähnt, ziehen sich durch das ganze Buch und sind, meines Erachtens nach auch gut durchdacht. So gut, dass sie manchmal nicht leicht nachvollziehbar waren (ich musste einige Passagen zweimal lesen xD).

Was ich ganz interessant und auch gut an dem Buch finde, ist der Versuch von Sidonia Klassen zu überwinden, zu übersehen, diese nicht wahrzunehmen. Sie behandelt Nemesis wie eine Gleichgestellte, obwohl diese das gar nicht lustig findet.

Dass Nemesis nun doch noch Gefühle entwickelt, bzw. im Stande ist welche zu haben, war einem im Verlauf des Buches irgendwie klar. Wie sie aber mit sich kämpft, da sie nicht einordnen kann, was genau mit ihr passiert, sind diese Passagen und Kapitel besonders interessant und spannend – vor allem im Hinblick auf Tyrus‘ Reaktionen.

Der Schreibstil ist recht einfach, die Ideen in einigen Kapitel hingegen etwas komplexer, wie gesagt… Alles ist allem ist das Buch angenehm zu lesen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, zu Anfang hat mich das Buch überhaupt nicht fasziniert. Aber da ich selten ein Buch liege lasse, meiner angeborenen Neugier sei Dank, habe ich weitergelesen und das Buch wurde immer besser. Wie ich in den letzten Wochen auch lernen durfte: „Beurteile eine Serie nicht nach der ersten Episode“. Die Neugier hat gesiegt und das Buch war am Ende doch noch recht spannend.

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“Einmal aufstehen bitte” – Drogensuche am Flughafen

Foto: Britta Peters-Scheu
Foto: Britta Peters-Scheu

Ich saß, mehr oder weniger, gemütlich auf einem dieser schwarzen Hartplastiksitze auf dem Frankfurter Flughafen, als auf einmal ein Polizist, ein Fahnder des Drogendezernats plus Drogenspürhund auf die einzige Sitzreihe in der Halle zukamen. Meiner Sitzreihe. Mir stand dummerweise der Colaautomat im Weg, weswegen ich anfangs nicht richtig mitbekam, worum es ging. Außerdem war ich ernsthaft dabei zu versuchen, das verbleibende Buch für mein Infographikseminar zu lesen. Die Neugier packte mich dann doch und ich beugte mich vor, um zu gucken, was da denn nun im Gange war. Und sah, dass nach und nach alle aufstanden und der Polizist auf mich zu kam. „Sprechen Sie Deutsch?“, fragte er mich. „Ja, klar“, war meine Antwort. „Dann stehen Sie bitte auf, dass der Hund einmal durchlaufen kann.“ Das Buch in der Hand stand ich also auf, meine Sitznachbarin bekam derweil alles noch auf Englisch erklärt. Angestrengtes Lachen ging durch unsere kleine Gruppe, wir standen ganz brav zwei Meter vor unseren Plätzen und begutachteten das Geschehen. Der Hund, lief, an der Leine ziehend und eilig schnuppernd, unter den Sitzen durch, hielt brav an den Koffern und Taschen und weiter ging‘s. Noch versuchte ich mich wieder meinem Buch zuzuwenden, im Stehen. Ein paar Sekunden später gab ich kläglich auf. Es war doch viel interessanter dem Ganzen zuzuschauen. Dennoch musste nun auch ich nervös lachen. In meiner Tasche befanden sich zwar nur eine Menge Oster-Süßigkeiten und ein Käsebrötchen, trotzdem muss ich ehrlich zugeben, ich war sichtlich angespannt. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil es das erste Mal war, dass ich mich in so einer Situation wiederfand. Als der Spürhund dann bei meinem Gepäck ankam, ging er schnurstracks an meinen Koffern vorbei, auf meine Handtasche zu. War ja klar. Da gab‘s was zu Essen. „Ey, das ist meins“, schoss es mir direkt durch den Kopf. Weiter ging’s noch vorbei an den Koffern meiner Sitznachbarn, dann war das Spektakel auch schon vorbei. Zwei Minuten hatte es höchstens gedauert. Irgendwie kam es mir länger vor. Beim Umgucken sah ich mehrere hochgezogene Augenbrauen und schüttelnde Köpfe.

Hund und Herrchen liefen dann noch zwischen den einzelnen Gepäckaufnahmeschaltern durch, während der Polizist in der Halle stehen blieb, als ob er auf irgendetwas warten würde. Wir hingegen saßen alle wieder auf unseren Sitzen und wandten uns dem zu, was wir vorher getan hatten. Ich versuchte mich wiederholt an meinem Buch. Aber, nix da. Denn plötzlich gesellten sich zum wartenden Polizisten noch zwei weitere hinzu. Und dann nochmal zwei. Was war hier los?! Jetzt wurden gründlich alle Schalter per Hand durchsucht. Monitore und Tastaturen wurden hochgehoben, Schubladen aufgezogen, Stühle durch die Gegend geschoben und unter Tische geguckt. Da schossen mir dann doch sehr merkwürdige Gedanken durch den Kopf: Hatte es vielleicht damit zu tun, dass mein Flieger bis nach Südamerika flog? Ganz schön voreingenommen, muss ich zugeben…

Für mich war das jedenfalls die aufregendste Wartezeit in sieben Jahren Fliegen. Was habt Ihr auf Euren Reisen so erlebt?

 

Ein bisschen Politik am Sonntagmorgen

13.04.2014

Die meisten kennen die typischen Fotos der Kandidaten, wenn Wahlen anstehen: Gesichter vor einem weißen oder, wenn doch mal etwas farbiger, hellblauem Hintergrund. Langweilig. Total. Nun, heute Morgen durfte ich mal bei einem etwas anderen Fotoshooting dabei sein. Für die diesjährige Gemeinderatswahl in Kirchheim am Neckar wurden die Fotos in der freien Natur neben Neckar und Weingut aufgenommen. Sonne, ein wenig Wind und ein gelbblühendes Meer von Löwenzahn rund um die Weinreben. Ein ganz anderes Ambiente finde ich.

Foto: Anne-Wiebke Peters

Es war das erste Mal, dass ich „hautnah“ etwas mit Politik zu tun hatte. Aber ganz ehrlich, es kam mir nicht wie Politik vor. Es war richtig familiär. Einige saßen auf den Bänken neben dem Weingut, andere standen drum rum und unterhielten sich. Sehr schlicht, sehr herzlich und vertraut. Neben dem Fotoshooting wurde mal eben der letzte Spieltag der Bundesliga kommentiert und allgemein über Urlaubsmöglichkeiten und Gesundheit gefachsimpelt. Scheint mir, als wenn Politik auch ganz natürlich sein kann. Das Erste, das mir allerdings aufgefallen ist: nur drei Frauen unter einem Haufen Männer. Letztendlich waren es dann vier Frauen, eine Kandidatin war etwas spät dran. Kann ja mal vorkommen.
Da ich nur bei meiner Familie zu Besuch bin, kennt mich hier kaum einer. Deswegen gab es ein kleines Stell-dich-ein mit den ganz alltäglichen Fragen, wo komm ich her, was arbeite ich… – Studieren in Spanien. Ach, interessant.

Vorbei war das Shooting, dann ging‘s noch in eine schnelle Besprechung über die Weiterführung nach Ostern, es steht ja nun die offizielle Aufstellung an. Und danach geht’s rund. Auf in den Wahlkampf. Jeder muss noch einen kleinen Steckbrief über sich ausfüllen. Die Wähler sollen ja wissen, wen sie da wählen. Ziele, Vorstellungen und – jetzt kommt’s – Lieblingsspeise. Wozu? Gute Frage.