Immer wieder montags #22

Da ist sie ja wieder, die Montagsfrage! Nachdem ich zwei Wochen ausgesetzt habe, bin ich auch bei dieser Aktion wieder dabei.
Ich wünsche euch schon mal eine schöne Woche!

(Eine Aktion von Buchfresserchen)

Wenn du Bücher mit in den Sommerurlaub nimmst, liest du dann typische, leichte Sommerlektüre oder einfach ganz normal Bücher wie sonst auch?


Typisch leichte Sommerlektüre … ich muss grad ganz ehrlich sagen, dass sich in mir irgendwas sträubt. Ich weiß genau, welche Lektüre damit gemeint ist. Aber, die lese ich nicht nur im Sommer. Einfach, leicht zu lesende Bücher kann ich das ganze Jahr über lesen, das hat für mich nichts mit Sommer zu tun, warum auch? Dann müsste es doch eigentlich auch die typisch leichte Weihnachtslektüre geben oder?
Ich meine, wenn ich alleine an den ersten Auslagetisch in der Buchhandlung meines Vertrauens denke … da liegen meist „solche“ Bücher. Bücher für zwischendurch. Aber die liege da das ganze Jahr über.

Vor ca. zehn Jahren, habe ich gerne auf diesem Tisch gestöbert und unzählige Bücher mitgenommen – so viele wie es das Sommerbudget einer 16/17-jährigen zu lässt. Da hatte ich Ferien, wenig Geld und viel Zeit. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich sogar noch den ein oder anderen Roman von damals in meinem Regal stehen.

Mittlerweile lese ich nach Lust und Laune, je nachdem was mir gerade vor die Nase fällt. Das können gut und gerne mal zwei Liebesromane hintereinander sein. Genauso gut wie es zwei Fantasyromane sein könnten. Das hängt einfach von der Stimmung und den noch ausstehenden Rezensionsexemplaren ab.

Sicherlich werde ich in meinem nächsten Urlaub Ende Juni auch das ein oder andere „typische“ Sommerbuch lesen. Vor allem, nachdem ich durch die Hello Sunshine Aktion von blanvalet jetzt einige neue Titel zu Hause habe. Oder es verschlägt mich doch in die Buchhandlung und ich bleibe an besagtem Tisch hängen. Das passiert zwar selten, kann aber vorkommen … 😉

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[Rezension] Der Zauber zwischen den Seiten von Cristina Caboni

Denn Bücher duften nach Träumen …
Seit sie denken kann, ist Sofia von Büchern fasziniert. Sie liebt das Rascheln der Seiten, den Geruch des Papiers und vor allem die darin beschriebenen Welten. Schon immer haben sie der schüchternen Frau geholfen, der Realität zu entkommen. Als sie eines Tages in einem Antiquariat ein altes Buch kauft, findet sie darin enthaltene Manuskripte und Briefe einer gewissen Clarice, die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt haben soll. Sofia und Clarice scheinen viel gemeinsam zu haben, und Sofia spürt eine Verbindung zu ihr. Um mehr über sie zu erfahren, reist Sofia quer durch Europa. Dabei stößt sie nicht nur auf eine unglaubliche Liebesgeschichte, sondern findet endlich auch ihr eigenes Glück …

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar für die Hello Sunshine-Aktion – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.


Ein Buch über Bücher mit wundervollen Zitaten großer Autoren am Anfang jedes Kapitels. Was kann man sich als Bücherwurm besseres vorstellen?
Schon auf der ersten Seite lernt man Clarice kennen, doch viel mehr als ihren Namen erfährt man erstmal nicht. Das Mystische rund um ihre Person wird sofort aufgebaut.
In den folgenden Kapiteln begleitet man Sofia durch ihr Leben und begegnet so einer jungen Frau, die alles andere als zufrieden und glücklich ist. Bis Clarice in Form von Briefen auftaucht. So wechselt man alle paar Kapitel zwischen Sofias und Clarices Perspektive zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Sofia selbst erlebt eine Wandlung im Laufe der Geschichte, die selbst dem Leser mehr als gut tut. So manche Situation zwischen ihr und ihrem Ehemann haben mich nicht nur den Kopf schütteln lassen, sondern auch das Bedürfnis gestärkt ins Buch zu springen und sie einmal kräftig zu schütteln.
Bei ihrer Recherche über Clarice trifft sie auf Tomaso Leoni, einem Grafologen, der mir beim ersten Eindruck auch alles andere als sympathisch ist, Seite pro Seite aber mehr an Sympathie gewinnt. Zwar konnte ich ihn nicht voll in mein Herz schließen, aber das macht nichts.

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Clarice hingegen war ein sehr interessanter Charakter! Ich will selbstverständlich nicht zu viel verraten, aber so einer starken Frau Mitte des 19. Jahrhunderts zu begegnen … das hat bestimmt niemand jemals vergessen.

Wie schon zu Anfang kurz angerissen, haben mir die Zitate am Anfang eines jeden Kapitels sehr gefallen. Ich traf dort auf alte Bekannte wie Dickens, Melville, Jane Austen oder Mary Shelley. Die Zitate selbst kannte ich zwar aus dem Stehgreif nicht, dafür aber einige der aufgeführten Werke.

Sofias Reise durch Europa ist durchaus spannend und ich war total neugierig und wollte Clarice’s ganze Geschichte kennen, jedoch gab es, aus meiner Sicht, ein paar Zufälle zu viel. Gerade im letzten Teil des Buches wäre die Geschichte sehr gut ohne ein oder zwei Details ausgekommen, es kam mir etwas weit hergeholt vor.

Was mir trotz diesem einen Kritikpunkt unglaublich gefallen hat, waren die Beschreibungen der Städte, in denen Sofia sich wiederfindet. Allen voran selbstverständlich Rom, denn da spielt sich ein Großteil der Geschichte ab. Selbst war ich noch nie dort, aber ich konnte mir Coppedè, das Viertel in dem ihre Großeltern leben oder auch die Spanische Treppe hervorragend vorstellen. Das hat die Autorin mehr als großartig gestaltet. Generell ist der Schreibstil von Cristina Caboni sehr angenehm zu lesen, ich hatte das Buch innerhalb von zwei Tagen durch, ohne dass es je anstrengend wurde.

Fazit

Auf der Jagd quer durch Europa nach einer Geschichte, die einen nicht loslässt. Abgesehen von den paar Zufällen zu viel am Ende des Buches, konnte mich die Autorin wirklich begeistern. Auch wenn ich bei Sofias anfänglichem Verhalten mehr als einmal die Augen verdreht habe, hat sie eine Entwicklung an den Tag gelegt, die mich am Ende doch von ihr überzeugen konnte.

Eine klare Leseempfehlung von mir!


Infos zum Buch:

Titel: Der Zauber zwischen den Seiten
Autor: Cristina Caboni
Seiten: 352
ISBN: 978-3-641-22113-3
Verlag: blancvalet
Erstausgabe: 20. August 2018

[Wochenrückblick] Wie vier Regale meine Bücher im Wohnzimmer verteilten

Noch drei Tage. Dann habe ich vier Tage Wochenende! Und Geburtstag! :O
Aber vorher erzähle ich euch noch von dieser Woche. 😉

(Eine Aktion von Trallafittibooks)

Aktuelle Bücher

So langsam wird es doch peinlich …
Ja, Percy begleitet mich immer noch. Der erste Band wird vermutlich zur Jahreslektüre, wenn das so weiter geht. Ich kann aber stolz behaupten, dass ich heute schon einige Kapitel gelesen habe. Vielleicht – aber auch nur vielleicht – schaffe ich es noch, die restlichen Seiten zu lesen. Aber dann hättet ihr ja nächste Woche nichts mehr zu lachen. 😉

Außerdem habe ich Herrscherin der tausend Sonnen begonnen. Die Meinungen, die ich bisher dazu gelesen habe, waren sehr unterschiedlich, daher bin ich wirklich gespannt, wie ich am Ende dazu stehen werden. Ein bisschen habe ich aber schon Angst, dass es mir nicht gefallen könnte. Aber wem geht das nicht manchmal so …

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Lesestimmung

Ihr werde es nicht glauben, aber ich habe diese Woche schon zwei Bücher begonnen und beendet! Da der Dienstag für mich ein freier Feiertag war, hatte ich genug Zeit zum Lesen. Mona Kasten durfte diesmal herhalten – und zwar mit ihrem aktuellen Roman Save Me. Wie der Klappentext schon vermuten lässt, strotzt die Geschichte rund um Ruby und James nur so von Macht und Geld. Und auch wenn ich bei einigen BloggerInnen gelesen habe, dass die Story sie enttäuscht hat, fand ich das Buch nicht schlecht. Mehr dazu gibt es in der nächsten Woche. Vier Tage frei und so. Viel Zeit zum Schreiben. Hoffentlich.

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Außerdem ist mir siedend heiß eingefallen, dass ich wieder an der Hello Sunshine-Aktion von blanvalet teilnehmen wollte. Doch das Buch hatte ich noch nicht mal angefangen. Das habe ich gestern, beziehungsweise heute morgen, noch schnell nachgeholt und Der Zauber zwischen den Seiten gelesen, welches Ende August erscheinen wird. Auch hierüber werdet ihr in den nächsten Tagen mehr lesen können.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich total erstaunt bin, wie viel ich in den letzten Tagen gelesen habe und freue mich unglaublich darüber. Interessanterweise ist nächste Woche von Donnerstag bis Sonntag Regen angekündigt. Wer kann also (fast) die ganze Zeit mit Lesen verbringen? 😀


Und sonst so?

Sonntag, 8.30 Uhr: Meine Regale stören mich so sehr, dass ich sie ausräume und neu sortieren muss. Diesmal nach Verlagen.
10.30 Uhr: Ich habe so Hunger, dass ich erstmal das Haus verlasse und mich auf Nahrungssuche begebe.
17.20: Ich sitze an meinem Computer und tippe die Leselaunen. Fertig eingeräumt sind die Regale immer noch nicht.

Was nach einem schlechten Scherz klingt, ist wirklich so. Nachdem ich alles ausgeräumt hatte, hat mich spontan die Lust verlassen. 90 Prozent der Bücher sind mittlerweile schon wieder im Regal, lediglich die Deko steht noch im kompletten Wohnzimmer rum. Zwischen den Plan Ordnung zu schaffen und dessen Ausführung kamen: Frühstück im Schlosscafé (Percy inklusive), ein Buch, zwei Folgen Crossing Lines, ein Spaziergang zur Tanke um ein Paket abzuholen, ein Eis auf dem Rückweg und die Leselaunen. Läuft. Bevor ich mich jedoch heute Abend nochmals vor den Fernseher setze und meine Serie weiterverfolge, werde ich die Regale final einräumen.
Und falls ihr euch nun fragen solltet, wie ich umsortiert habe, hier die Lösung: Die Regale waren, nachdem sie letztes Jahr nach Farben sortiert waren, nach Genre und im Genre nach Autorennachname eingeräumt. Es kamen Neuzugänge über Neuzugänge und das System passte hinten und vorne nicht mehr. Sara von Foxy Books hat die Woche erzählt, dass ihre Regale nach Verlagen sortiert sind. Ich fand die Idee klasse und habe das Ganze umgesetzt. Also … beinahe. 😉

Am Mittwoch war ich übrigens sehr schockiert. Wie ungefähr jeden Abend zum Abendessen habe ich den Fernseher eingeschaltet, um eine weitere Folge Criminal Minds zu schauen. Nach fünfundzwanzig Mal auf der Fernbedienung rumhacken, fiel mir dann endlich auf, warum das Ganze nicht funktionieren wollte: Amazon wollte Geld für die nächste Folge. Staffel acht, Folge hab-ich-vergessen. Ernsthaft?! Da haben die tatsächlich die Serie aus dem Programm genommen. Und was habe ich getan? Prompt zu Netflix gewechselt, auf Crossing Lines aufmerksam geworden und vier Folgen hintereinander geschaut. Da hast du, Amazon! 😀 😛
Ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiebe solche Serien. Falls ihr mir also noch welche empfehlen wollte/könnt, immer her damit! 😉


Weitere Leselaunen

Nach dem Sturm kommt immer der Sonnenschein – Fuchsias Weltenecho
Kurzes Urlaubsupdate, Fangirling und Vorfreude – Booknerds by Kerstin
Von verrutschten Muskeln im grünen Großstadtparadies – Aus dem Leben einer Büchersüchtigen
Fangirl Fieber – Sarah Ricchizzi
Viel Aufregung – Letterheart
Viele Bestellungen und eine Menge Vorfreue – Beccas Leselichtung
Die ersten drei Jahre und so viel Freizeit – Julias Lesewelten
Accio Wochenende – Schwarzbuntgestreift
Von großer Coverliebe, ähnlichen Buchcharakteren und der Sehnsucht nach der Fortsetzung – Reading Far Away
Leselaunen – Zeilenliebhaberin
Star Wars Wochenende – Umivankebookie

[Rezension] Dinner für drei von Susan Elizabeth Phillips

Alle Mädchen werden einmal groß – selbst erfolgreiche Kinderstars – und verlieben sich. Im Fall der blauäugigen, zierlichen Honey Moon sind es allerdings gleich zwei berühmte-berüchtigte Männer, die ihr Herzklopfen bereiten: Dash Coogan, der legendäre Kinoheld, und Eric Dillon, Hollywoods Enfant terrible, dessen dunkle, geheimnisvolle Ausstrahlung ein schmerzhaftes Geheimnis verbirgt. Doch Honey Moon trüge ihren Namen zu Unrecht, wenn sie nicht eine wundervolle, geradezu himmlische Lösung für sämtliche Probleme finden würde …

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Vor vielen Jahren habe ich von der Autorin Küss mich, wenn du kannst gelesen und fand es wahnsinnig gut. Als ich Dinner für drei im Bloggerportal entdeckte, habe ich mich sofort daran erinnert und nicht weiter nachgedacht – es konnte doch nur gut sein.
Ihr merkt, die Freude war wirklich groß. Nur hat sie nicht lange gehalten.

Ich gebe zu, dass die Protagonistin Honey Moon (sie heißt wirklich so!) ein sehr vielfältiger und tiefgehender Charakter ist. Ob schüchtern, liebenswürdig, herrisch, aggressiv, naiv, arrogant, emotional, niedlich, kindlich … bei ihr war einfach alles dabei. Vielleicht konnte ich sie gerade deswegen die Hälfte des Buches nicht leiden. Sie ging mir teilweise richtig auf die Nerven. Gerade dann, wenn sie wieder die Nerven verlor und alles um sie herum zunichte gemacht hatte – verbal, versteht sich. Was Honey nämlich auf alle Fälle prägt, ist ihr freches, vorlautes Mundwerk.

IMG_3675(1)Sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie, die hinter ihr steht und sie liebt. Dieser verzweifelte Wunsch geliebt zu werden, eine richtige  und loyale Familie zu haben, treibt sie im Laufe des Buches fast in den emotionalen Ruin. Sie sehnt sich so sehr danach, dass sie alles andere aus den Augen verliert. Es grenzt an Besessenheit … Und dadurch lässt sie sich viel zu leicht ausnutzen. Und das gerade von dem bisschen Familie, die sie noch hat: ihre Cousine, deren Ehemann und ihre Tante.

Der Klappentext lässt eine Art Dreiecksgeschichte vermuten, jedoch bleibt es dabei: eine Vermutung. Denn in Wirklichkeit kommt diese gar nicht zum Vorschein. Klar, es gibt zwei Männer – Eric und Dash – doch stehen die nicht so richtig in direkter Konkurrenz. Das hat mich echt gestört, denn dem Klappentext zufolge habe ich eine völlig andere Geschichte erwartet.

Eric Dillon und Dash Coogan sind, jeder für sich, auch recht komplexe Charaktere, obwohl ich der Meinung bin, dass Eric noch einen Ticken komplizierter und tiefgründiger ist als der Cowboy. Und das, trotzdem er viel weniger Seiten zur Verfügung hatte. Außerdem mochte ich Eric mehr. Warum auch immer … er kann nämlich auch ein ziemlicher Bad Boy sein. Zumindest in dem Punkt hat der Klappentext sein Versprechen gehalten.

Abgesehen von meiner Hass-Liebe zu Honey fand ich die Geschichte etwas in die Länge gezogen. Klar, alles hatte seine Daseinsberechtigung … dennoch war es ein bisschen langatmig.

Fazit

Eine Geschichte mit tiefgründigen Charakteren, die meiner Meinung nach jedoch ein paar Seiten zu viel hatte. Protagonistin Honey Moon und ich haben uns nicht immer verstanden und doch ist sie mir ein bisschen ans Herz gewachsen. Vielleicht durch meine Liebe zur Autorin.

Leider wird es nicht mehr als ein Zwischending.

[Rezension] Träume wie Sand und Meer von Beatriz Williams

Cape Cod, Sommer 1966. Christina, genannt Tiny, hatte einmal große
Träume: Sie wollte Tänzerin werden und sie wollte sich verlieben. Nun ist
sie verheiratet mit einem der begehrtesten Männer des Landes, ihr Leben
scheint perfekt – doch warum verspürt Tiny den unbändigen Drang, dem
schicken Sommerhaus ihrer angeheirateten Familie den Rücken zu kehren
und aus allem auszubrechen? Als ihre unberechenbare Schwester Pepper in
ihr Leben platzt, im Schlepptau ausgerechnet den Mann, dem Tiny einst ihr
Herz schenkte, und sie dann auch noch Erpresserbriefe mit
kompromittierenden Fotos erhält, begreift Tiny, dass ihr makelloses Leben
unerwartete Gefahren birgt. Sie muss all ihren Mut aufbringen, um ihr
Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Zwischen den ganzen High Fantasy Büchern darf es so manches Mal auch ein Liebesroman sein. Diesmal schon fast historisch. Auch wenn ich bei der Rolle der Frau in den sechziger Jahren bei so manchem Satz fast wütend geworden wäre. Dem Himmel sei Dank lebe ich im 21. Jahrhundert.

IMG_3603Träume von Sand und Meer ist unterteilt in Kapitel über die Gegenwart, die aus Tinys Sicht erzählt werden und welche, die zwei Jahre zuvor aus Caps Sicht spielen. So wird Seite um Seite Spannung aufgebaut, ich wollte unbedingt wissen, was au Tinys Träumen geworden ist, wie es dazu kommen konnte, dass Cap, der Mann dem sie ihr Herz schenkte, nun doch nicht ihr Ehemann ist … Und vor allem, was es mit den Fotos auf sich hat.

So nähert man sich Stück für Stück dem Ereignis, dass Tiny Frank hat heiraten und ihre Träume aufgeben lassen. Das wurde wohl zu der Zeit von der Frau erwartet. Du bist unverheiratet? Klar, du kannst tanzen, deinen Träumen nachjagen, was immer du willst – solange du dich anständig verhälst. Jetzt bist du verheiratet? In Ordnung. Adieu, Träume. Adieu, Leben. Ab hinter den Herd und immer schön deinem Ehemann alles recht machen. Puh. Ihr merkt schon: voll meine Welt.

Tiny ist eine sehr hin- und hergerissene junge Frau. Mal ist sie absolut sicher, dass Frank das beste ist, was ihr passieren konnte. Einen Moment später zweifelt sie komplett an allem, wofür sie ein Leben lang von ihrer Mutter vorbereitet wurde. Sie ist neugierig und wissbegierig und versucht herauszufinden, wer hinter den Erpresserbriefen steckt – selbstverständlich ohne, dass ihr Mann irgendwas davon erfährt, denn das wäre fatal.

Frank war für mich am Anfang einfach nur ein einziges Klischee. Anwärter auf einen Senatorenposten, Politik hier, Politik da, junge Mädchen um ihn herum. Den Rest könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Der hat mich vielleicht genervt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Autorin nicht mehr Klischees in einen einzigen Charakter hätte reinpacken können. Dann kam die große Wendung und ich wurde eines besseren belehrt. Frank ist zwar trotzdem nach einem ganz bestimmten Schema gebaut, aber diesen Plottwist hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Wer mir richtig gut gefallen hat, ist Pepper. Was für eine Wahnsinnsfrau! Die hat mich echt vom Hocker gerissen. 60er Jahre, Frau hinterm Herd, etc. pp.? Nicht mit Pepper. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt sich absolut nichts sagen und haut ihre Meinung, ohne Rücksicht auf Verluste, raus. Egal ob Cap, Tiny oder Granny, der Matriarchin des Hardcastle-Clans, vor ihr ist niemand sicher. Über Pepper würde ich waaaaaahnsinnig gerne mehr lesen. Die Geschichte zu ihr gibt es wohl auch … muss ich doch mal auf Englisch lesen.

Tja, und Cap? Ich fand es wirklich heldenhaft, wie er für Tiny da war. Er war immer zum richtigen Zeitpunkt anwesend, genau dann, wenn sie ihn am meisten brauchte. Viel mehr möchte ich über ihn auch gar nicht mehr verraten, das müsst ihr schon selbst lesen.

Fazit

Eine wirklich tolle Liebesgeschichte, perfekt für Zwischendurch. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, gerade durch den Wechsel zwischen Flashbacks und Gegenwart. Ich musste einfach weiterlesen, um zu wissen, wie Tiny zum dem geworden ist, wie sie anfangs beschrieben wurde – die (nach außen hin) perfekte Ehefrau.

Eine Leseempfehlung von mir für euch für Zwischendurch. 😉


Infos zum Buch:

Titel: Träume wie Sand und Meer
Autor: Beatriz Williams
Seiten: 448
ISBN: 978-3-641-17670-9
Verlag: Blanvalet
Erstausgabe: 22. August 2016

Quelle Cover: Blanvalet Verlag