[Rezension] Winterzauber in Paris von Mandy Baggot

Nirgendwo ist das Fest der Liebe so schön wie in Paris.
Ava und ihre beste Freundin landen genau zur richtigen Zeit in Paris: Der erste Schnee fällt, und der Eiffelturm erstrahlt in goldenem Licht. Die beiden sind nicht ohne Grund in der Stadt der Liebe. Ava braucht nach der Trennung von ihrem Freund Ablenkung. Und was ist da besser als Pariser Weihnachtsmärkte, Spaziergänge an der Seine und warmes Pain au Chocolat? Gerade als Ava glaubt, dass sie gar keine Männer im Leben braucht, begegnet sie dem geheimnisvollen Fotografen Julien. Sein französischer Akzent, seine haselnussbraunen Augen – und um Ava ist es geschehen …

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Oh Paris … es ist viel zu lange her. Fast dreizehn Jahre. Ich war zwar noch ein Kind, aber ich kann mich noch sehr genau an die wenigen Orte erinnern, die wir in der kurzen Zeit besucht haben.

Mandy Baggot hat es geschafft das winterliche Paris auf eine atemberaubende Art und Weise rüberzubringen, ich wäre am liebsten selbst in den Flieger gestiegen. An den Eiffelturm, die Sacré-Cœur und das Viertel Montmartre kann ich mich noch sehr, sehr gut erinnern – vor allem an die Stufen hoch zur Basilika.
Ich dachte immer New York soll das non plus ultra an und rund um Weihnachten sein, aber Paris macht meiner Herzensstadt ja echt Konkurrenz. 😉

Und mittendrin in der verschneiten Stadt der Liebe? Ava und Debs. Erstere ist dabei sich von ihrer Trennung zu erholen, die andere ist Journalistin und wittert die Chance auf den Artikel, der ihr Leben verändern soll. Und dann stolpert Ava förmlich über Julien … Die Begegnung der beiden fand ich schon etwas gewagt, aber dennoch nicht komplett abwegig. Sowas kann schon mal vorkommen, oder?

Was ich sehr interessant fand war die Entwicklung der beiden, sowohl von Ava, als auch von Julien. Beide finden im Laufe des Buches mehr und mehr zu sich selbst, die Charaktere haben eine gewisse Tiefe, was mir persönlich sehr gefällt. Auch die Nebencharaktere Debs, Didier und Avas Mutter (der kleine Hausdrachen :P) sind gut ausgearbeitet und man weiß anfangs nicht, in welche Richtung diese sich entwickeln würden. Ich kann euch jedoch auch sagen, dass ihr nicht enttäuscht werdet und die Geschichte die ein oder andere Wendung parat hält.
Es geht also durchaus um mehr als nur die Liebesgeschichte. Es geht um Selbstfindung. Es geht darum zu sich selbst zu stehen.

Was mich bei diesem Buch, wie bei vielen Liebesromanen, ein wenig gestört hat, ist die Geschwindigkeit. Es geht alles immer wahnsinnig schnell, alles innerhalb von ein paar Tagen, maximal ein paar Wochen – zack! Die große Liebe. Und bitte steinigt mich jetzt nicht dafür. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sowas im wahren Leben geschieht. Nur passiert das – gefühlt – in jedem Liebesroman. Doch das ist ein anderes Thema 🙂

Fazit

Abgesehen von der Geschwindigkeit, gefällt mir Winterzauber in Paris wirklich gut. Gut ausgearbeitete Charaktere, kleinere Plot twists und eine unglaublich toll beschriebene Stadt.

Auch wenn Weihnachten schon vorüber ist, dieser Roman von Mandy Baggot ist eine klare Leseempfehlung.


Infos zum Buch:

Titel: Winterzauber in Paris
Autor: Mandy Baggot
Seiten: 480
ISBN: 978-3-442-48706-6
Verlag: Goldmann
Erstausgabe: 16. Oktober 2017


Mit anderen Worten

Die Geschichte hat mich stellenweise wirklich mitgenommen und es war so schön zu sehen, dass es der Autorin um mehr ging, als nur um die Liebesgeschichte von Ava und dem außerordentlich charmanten Fotografen.“ – bookaholic.

Die bildhafte Schreibweise ließ mich gemeinsam mit Ava und Julien durch Paris wandern, und ich konnte mir jede Sehenswürdigkeit, jeden Brunnen und Gasse wunderbar vorstellen.“ – Kati’s Fairyland

Bin ich eine schlechte Journalistin, weil ich keinen Bock mehr auf „Mord und Totschlag“ habe?

Seit Jahren (genau genommen seit zwei Jahren) habe ich dieses eine Interview hier auf meinem Blog, das fast täglich angeklickt wird.
2015 habe ich die spanische Auslandskorrespondentin Aurora Mínguez interviewt. Sie hat jahrelang in Berlin gelebt und für das spanische Radio Radio Nacional de España berichtet. Seit nunmehr drei Jahren lebt sie in Paris und berichtet von dort aus über die französische Welt.

Nun scheinen alle, die diese Journalistin googlen, bei mir zu landen – ob die das Interview lesen, keine Ahnung. Auch nach über tausend Klicks war das beste Feedback bisher die Note meines Profs an der Uni (danke für 9 Punkte).

Zurück zum Thema: Jeden Tag landen also die Google-Suchenden auf meinem Blog. Mal mehr, mal weniger. Am letzten Donnerstag, 20. April 2017, gingen die Besucherzahlen dann jedoch durch die Decke. Ich mich natürlich gefreut wie Bolle – aber ohne jeglichen Schimmer oder Ahnung, warum es plötzlich so viele waren.
Ich habe das ganze sogar noch per Screenshot an meinen Lieblingsmenschen geschickt, halb wundernd, halb freuend.

Nun, die die aufmerksam (aufmerksamer als ich am Donnerstag?) waren … Paris, Donnerstagabend, da war doch was…? Genau! „Mord und Totschlag“. Einzelheiten könnt ihr der Presse entnehmen, falls ihr doch keine Ahnung habt wovon ich rede.
Nun ging Paris so völlig an mir vorbei. Wann ich das bemerkt habe? Freitag, 8.30 Uhr im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Da lief nämlich das Radio.

Mein erster Gedanke? „Ach du Kacke.“
Mein zweiter Gedanke? „Wieso kam keine Push-Nachricht?“

Donnerstagabend hatte ich zum ersten Mal seit Monaten wieder ein bisschen am Layout meines Blogs gebastelt (schick, ge?). Ich habe sogar noch mit mir selbst gehadert, denn es stand immer noch Journalismus-Studentin unter meinem Namen – bin ich ja seit geraumer Zeit nicht mehr.
Also, schreibe ich Journalistin? Uff … wann war genau mein letzter Artikel? Bin ich denn eine? Nur Buchbloggerin? Damit habe ich gerade erst angefangen. Was bin ich also? Meine eigene kleine Existenzkrise am Rande.
Am Ende nahm ich beides, wie ihr sehen könnt. Bin ich ja irgendwie auch.

Zurück zu Freitag im Auto. Ich hatte also null mitbekommen und habe mich einfach nur gewundert über all diese Besuche. Nachdem ich im Radio gehört hatte, was genau vorgefallen war, war mir natürlich klar, warum auf meinem Blog plötzlich so viel los war.

Nun stellte ich mir also eben diese Frage: Bin ich eine schlechte Journalistin? Weil „Mord und Totschlag“ (mal wieder) an mir vorbeigegangen waren? Vielleicht gab es ja eine Push-Nachricht von einer der Presse-Apps auf meinem Handy, vielleicht ist die unter den ganzen anderen Benachrichtigungen untergegangen?
Vielleicht, vielleicht … vielleicht auch nicht.

Und dann bemerkte ich: Es ist mir egal. Nicht das was geschehen ist, nein. Es ist mir egal, dass ich es nicht mitbekommen habe.
Ich habe mich recht am Anfang meines Studiums entschieden, nicht über Tragödien, etc. zu schreiben. Das gibt es, meiner Meinung nach, schon viel zu viel. Ich möchte über schöne und positive Dinge schreiben. Macht mich das alles also zu einer schlechten Journalistin?

Nein.