[Rezension] Dinner für drei von Susan Elizabeth Phillips

Alle Mädchen werden einmal groß – selbst erfolgreiche Kinderstars – und verlieben sich. Im Fall der blauäugigen, zierlichen Honey Moon sind es allerdings gleich zwei berühmte-berüchtigte Männer, die ihr Herzklopfen bereiten: Dash Coogan, der legendäre Kinoheld, und Eric Dillon, Hollywoods Enfant terrible, dessen dunkle, geheimnisvolle Ausstrahlung ein schmerzhaftes Geheimnis verbirgt. Doch Honey Moon trüge ihren Namen zu Unrecht, wenn sie nicht eine wundervolle, geradezu himmlische Lösung für sämtliche Probleme finden würde …

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Vor vielen Jahren habe ich von der Autorin Küss mich, wenn du kannst gelesen und fand es wahnsinnig gut. Als ich Dinner für drei im Bloggerportal entdeckte, habe ich mich sofort daran erinnert und nicht weiter nachgedacht – es konnte doch nur gut sein.
Ihr merkt, die Freude war wirklich groß. Nur hat sie nicht lange gehalten.

Ich gebe zu, dass die Protagonistin Honey Moon (sie heißt wirklich so!) ein sehr vielfältiger und tiefgehender Charakter ist. Ob schüchtern, liebenswürdig, herrisch, aggressiv, naiv, arrogant, emotional, niedlich, kindlich … bei ihr war einfach alles dabei. Vielleicht konnte ich sie gerade deswegen die Hälfte des Buches nicht leiden. Sie ging mir teilweise richtig auf die Nerven. Gerade dann, wenn sie wieder die Nerven verlor und alles um sie herum zunichte gemacht hatte – verbal, versteht sich. Was Honey nämlich auf alle Fälle prägt, ist ihr freches, vorlautes Mundwerk.

IMG_3675(1)Sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie, die hinter ihr steht und sie liebt. Dieser verzweifelte Wunsch geliebt zu werden, eine richtige  und loyale Familie zu haben, treibt sie im Laufe des Buches fast in den emotionalen Ruin. Sie sehnt sich so sehr danach, dass sie alles andere aus den Augen verliert. Es grenzt an Besessenheit … Und dadurch lässt sie sich viel zu leicht ausnutzen. Und das gerade von dem bisschen Familie, die sie noch hat: ihre Cousine, deren Ehemann und ihre Tante.

Der Klappentext lässt eine Art Dreiecksgeschichte vermuten, jedoch bleibt es dabei: eine Vermutung. Denn in Wirklichkeit kommt diese gar nicht zum Vorschein. Klar, es gibt zwei Männer – Eric und Dash – doch stehen die nicht so richtig in direkter Konkurrenz. Das hat mich echt gestört, denn dem Klappentext zufolge habe ich eine völlig andere Geschichte erwartet.

Eric Dillon und Dash Coogan sind, jeder für sich, auch recht komplexe Charaktere, obwohl ich der Meinung bin, dass Eric noch einen Ticken komplizierter und tiefgründiger ist als der Cowboy. Und das, trotzdem er viel weniger Seiten zur Verfügung hatte. Außerdem mochte ich Eric mehr. Warum auch immer … er kann nämlich auch ein ziemlicher Bad Boy sein. Zumindest in dem Punkt hat der Klappentext sein Versprechen gehalten.

Abgesehen von meiner Hass-Liebe zu Honey fand ich die Geschichte etwas in die Länge gezogen. Klar, alles hatte seine Daseinsberechtigung … dennoch war es ein bisschen langatmig.

Fazit

Eine Geschichte mit tiefgründigen Charakteren, die meiner Meinung nach jedoch ein paar Seiten zu viel hatte. Protagonistin Honey Moon und ich haben uns nicht immer verstanden und doch ist sie mir ein bisschen ans Herz gewachsen. Vielleicht durch meine Liebe zur Autorin.

Leider wird es nicht mehr als ein Zwischending.

[Rezension] Träume wie Sand und Meer von Beatriz Williams

Cape Cod, Sommer 1966. Christina, genannt Tiny, hatte einmal große
Träume: Sie wollte Tänzerin werden und sie wollte sich verlieben. Nun ist
sie verheiratet mit einem der begehrtesten Männer des Landes, ihr Leben
scheint perfekt – doch warum verspürt Tiny den unbändigen Drang, dem
schicken Sommerhaus ihrer angeheirateten Familie den Rücken zu kehren
und aus allem auszubrechen? Als ihre unberechenbare Schwester Pepper in
ihr Leben platzt, im Schlepptau ausgerechnet den Mann, dem Tiny einst ihr
Herz schenkte, und sie dann auch noch Erpresserbriefe mit
kompromittierenden Fotos erhält, begreift Tiny, dass ihr makelloses Leben
unerwartete Gefahren birgt. Sie muss all ihren Mut aufbringen, um ihr
Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.

Vorneweg: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar – es handelt sich hierbei also um Werbung. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung.

Meinung

Zwischen den ganzen High Fantasy Büchern darf es so manches Mal auch ein Liebesroman sein. Diesmal schon fast historisch. Auch wenn ich bei der Rolle der Frau in den sechziger Jahren bei so manchem Satz fast wütend geworden wäre. Dem Himmel sei Dank lebe ich im 21. Jahrhundert.

IMG_3603Träume von Sand und Meer ist unterteilt in Kapitel über die Gegenwart, die aus Tinys Sicht erzählt werden und welche, die zwei Jahre zuvor aus Caps Sicht spielen. So wird Seite um Seite Spannung aufgebaut, ich wollte unbedingt wissen, was au Tinys Träumen geworden ist, wie es dazu kommen konnte, dass Cap, der Mann dem sie ihr Herz schenkte, nun doch nicht ihr Ehemann ist … Und vor allem, was es mit den Fotos auf sich hat.

So nähert man sich Stück für Stück dem Ereignis, dass Tiny Frank hat heiraten und ihre Träume aufgeben lassen. Das wurde wohl zu der Zeit von der Frau erwartet. Du bist unverheiratet? Klar, du kannst tanzen, deinen Träumen nachjagen, was immer du willst – solange du dich anständig verhälst. Jetzt bist du verheiratet? In Ordnung. Adieu, Träume. Adieu, Leben. Ab hinter den Herd und immer schön deinem Ehemann alles recht machen. Puh. Ihr merkt schon: voll meine Welt.

Tiny ist eine sehr hin- und hergerissene junge Frau. Mal ist sie absolut sicher, dass Frank das beste ist, was ihr passieren konnte. Einen Moment später zweifelt sie komplett an allem, wofür sie ein Leben lang von ihrer Mutter vorbereitet wurde. Sie ist neugierig und wissbegierig und versucht herauszufinden, wer hinter den Erpresserbriefen steckt – selbstverständlich ohne, dass ihr Mann irgendwas davon erfährt, denn das wäre fatal.

Frank war für mich am Anfang einfach nur ein einziges Klischee. Anwärter auf einen Senatorenposten, Politik hier, Politik da, junge Mädchen um ihn herum. Den Rest könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Der hat mich vielleicht genervt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Autorin nicht mehr Klischees in einen einzigen Charakter hätte reinpacken können. Dann kam die große Wendung und ich wurde eines besseren belehrt. Frank ist zwar trotzdem nach einem ganz bestimmten Schema gebaut, aber diesen Plottwist hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Wer mir richtig gut gefallen hat, ist Pepper. Was für eine Wahnsinnsfrau! Die hat mich echt vom Hocker gerissen. 60er Jahre, Frau hinterm Herd, etc. pp.? Nicht mit Pepper. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt sich absolut nichts sagen und haut ihre Meinung, ohne Rücksicht auf Verluste, raus. Egal ob Cap, Tiny oder Granny, der Matriarchin des Hardcastle-Clans, vor ihr ist niemand sicher. Über Pepper würde ich waaaaaahnsinnig gerne mehr lesen. Die Geschichte zu ihr gibt es wohl auch … muss ich doch mal auf Englisch lesen.

Tja, und Cap? Ich fand es wirklich heldenhaft, wie er für Tiny da war. Er war immer zum richtigen Zeitpunkt anwesend, genau dann, wenn sie ihn am meisten brauchte. Viel mehr möchte ich über ihn auch gar nicht mehr verraten, das müsst ihr schon selbst lesen.

Fazit

Eine wirklich tolle Liebesgeschichte, perfekt für Zwischendurch. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, gerade durch den Wechsel zwischen Flashbacks und Gegenwart. Ich musste einfach weiterlesen, um zu wissen, wie Tiny zum dem geworden ist, wie sie anfangs beschrieben wurde – die (nach außen hin) perfekte Ehefrau.

Eine Leseempfehlung von mir für euch für Zwischendurch. 😉


Infos zum Buch:

Titel: Träume wie Sand und Meer
Autor: Beatriz Williams
Seiten: 448
ISBN: 978-3-641-17670-9
Verlag: Blanvalet
Erstausgabe: 22. August 2016

Quelle Cover: Blanvalet Verlag

[Rezension] Als die schwarzen Wolken kamen – Julia „Frau R.“ Riegler

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Titel: Als die schwarzen Wolken kamen
Autor: Julia „Frau R.“ Riegler
Seiten: 500
ISBN: 978-3-74311603-0
Verlag: Books on Demand
Erstausgabe: 1. Dezember 2016

 

 

Vorab: Vielen Dank, liebe Julia, für die Zusendung des Rezensionsexemplars und viiiiiielen Dank für deine Geduld. Wie sagt man so schön? Was lange währt … mit drei Monaten Lesezeit habe ich mich dann doch selbst übertroffen …

 

„Ich bin Jamal Memedi. Ich bin nur eine einzelne Träne in einem Meer aus Wehmut … Öffne deine Augen! Öffne dein Herz! Lass dich berühren und bleib nicht blind für das, was um dich herm geschieht! Ich bin nur eine einzelne Träne … ich bin Jamal Memedi.“

Meinung

Wie schreibt man über ein Buch, dass das Leben einer Person widerspiegelt?
Wie schreibt man über ein Buch, dass das Leben vieler Personen widerspiegelt?
Wie bewertet man das Buch?

Genau diese Fragen haben mich in den letzten Tagen beschäftigt. Denn: ich habe das Buch beendet. Ich habe teilweise wirklich daran gezweifelt, ob ich es überhaupt schaffen würde, es war nicht einfach. Und das hat rein gar nichts mit dem Schreibstil zu tun, sondern mit der Geschichte. Es ist die Geschichte tausender Menschen.
Momentan zweifle ich natürlich daran, ob ich es jemals schaffen werde eine, dem Buch gerechte, Rezension zu schreiben. Kann man spoilern? Ja? Nein? Ich weiß es nicht.

Ich denke, dies wird eine andere Rezension, als ich sie bisher geschrieben habe. Ich, die kleine, chaotische Fantasy-Liebhaberin. Ich, die kleine, bunte, verrückte Frau. Und doch habe ich mich an dieses Buch gewagt. Wenn ich jetzt zurückdenke, war es vermutlich aus purem jugendlichem Leichtsinn. Wer weiß.

Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt und diese Abschnitte wiederrum in recht kurze Kapitel, was das ganze sehr angenehm zum Lesen gemacht hat. Wie schon gesagt, das Thema war alles andere als einfach und da ich das Buch des Öfteren weglegen musste, um mich vom gelesenen zu erholen war es sehr praktisch, dass die Kapitel so kurz waren. Hätte ich mich durch Seiten über Seiten kämpfen müssen, wäre ich vermutlich nie fertig geworden.

Ich habe viel durch dieses Buch gelernt. Viel über arabische Bräuche, Eckpunkte zum Ramadán, die mir vorher keineswegs bewusst waren. Was ich sehr interessant und auch krass fand, ist der Kulturunterschied was die Geschlechter angeht. Männer dürfen sich nicht mit einer Frau alleine treffen, solange beide nicht verheiratet sind. Das wäre in unseren Breitengraden vermutlich undenkbar.

Jemal ist ein sehr leidenschaftlicher, intelligenter Charakter. Seine Beschreibungen von Damaskus, die Schilderung seiner Kultur, sein Tagesablauf, sein Leben – alles wurde sehr plastisch, bildlich, lebhaft beschrieben. Familie wird für ihn sehr groß geschrieben.

Mit wem ich überhaupt nicht klar kam, war mit Siham. Erst Freundin, dann Verlobte, dann wieder nicht, dann wieder doch, letztendlich verheiratet. Himmel, ging diese Frau mir auf die Nerven. Vielleicht kennt ihr das, wenn euch ein Charakter unglaublich auf den Keks geht. So war Siham für mich.

Viel mehr möchte ich eigentlich gar nicht „verraten“. Was ich jedoch noch sagen kann: Es gibt ein Happy End. Zumindest für Jemal.

Fazit

Schwierig, aber dennoch interessant. So würde ich das Buch in wenigen Worten zusammenfassen. Natürlich gab es Momente, in denen ich nicht weiterlesen wollte und zugleich wissen musste, wie es weitergeht. Mir war klar, dass gewisse Ereignisse, wie die Flucht über das Mittelmeer, zwangsläufig irgendwann thematisiert werden würden. Selbstverständlich habe ich diese Stellen im Buch nicht übersprungen, sowas mache ich grundsätzlich nicht. Aber auf so mancher Seite habe ich mir innig gewünscht, dass doch jetzt endlich mal gut ist und dass die Brüder doch endlich mal etwas mehr Glück haben sollten … Alles in allem bereue ich die Entscheidung, dieses Buch als Rezensionsexemplar angenommen zu haben, nicht. Vielleicht sehe ich nun gewisse Dinge mit anderen Augen. Wer weiß …

 

Das Buch gehört für mich in die Kategorie Leseempfehlung.